Ehepaar aus Ohlsdorf will den Regenwald retten

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Bettina und Reinhard Behrend vor vom Aussterben bedrohten Primaten, von Bettina Behrend in Acryl auf Leinwand gemalt Fotos: Haas

Bettina und Reinhard Behrend setzen sich seit 30 Jahren gegen sinnlose Abrodung ein

Von Waltraut Haas
Ohlsdorf
Es sei ein großer Fehler, nichts zu tun, nur weil man wenig erreichen könne. Deshalb machen sich die Ohlsdorfer Bettina und Reinhard Behrend schon seit knapp drei Jahrzehnten stark für die Rettung der Regenwälder. Ihre unschätzbare Funktion fürs weltweite Klima ist bekannt, ihre artenreiche Fauna und Flora bislang noch wenig erforscht. Dennoch sind sie weiter stark gefährdet, trotz zahlreicher Erfolge in Rettungskampagnen: Durch den Einschlag wertvoller Baumbestände für den Export etwa. Oder durch illegale Brandrodungen in großem Stil: Wie zuletzt im Herbst auf Borneo und Sumatra, wo über 2.000 Feuer loderten, um in der Heimat der Orang Utans Platz zu schaffen für Palmöl-Plantagen. Von der verhehrenden Luftverschmutzung waren die Menschen in Indonesien und Malaysia bis nach Thailand und Singapur betroffen.

Verein sitzt in der Jupiterstraße


Schuld an der Vernichtung der Urwälder sei die massenhafte Nachfrage von Palmöl, erklärt Mitarbeiterin Lea Horak. In Cremes und Kosmetika ist es enthalten, ebenso wird es Schokolade und Margarine, Pflanzenöl und Fertiggerichten beigemischt, oft sogar mit einem Öko-Label versehen. „Dabei wissen viele gar nicht, was sie konsumieren und was ihr Konsum bewirkt“, so Lea Horak weiter. Information und Aufklärung sei deshalb weiterhin durch das Team des Vereins „Rettet den Regenwald“ mit Sitz in der Jupiterstraße angesagt. Schon den Briefkasten ziert dort ein Aufkleber „Palmöl? Nein danke“. Quartalsweise berichtet das Print-Magazin „Regenwald-Report“ über hoffnungsvolle Kampagnen und gut angelegte Spendengelder, aber eben auch über neue Katastrophen.
Einer „absurden Politik“ verdanke sich die aktuelle Vernichtung von Regenwäldern. Mit Biosprit wollen Bundesregierung und EU das Klima schützen, nach einer EU-Richtlinie wird seit 2009 Diesel und Benzin für Automotoren ausgerechnet Palmöl beigemischt. „Inzwischen finanzieren wir mit unseren Steuergeldern die Palmöl-Plantagen“, empört sich Reinhard Behrend. „Allein für den Biosprit in Europa wurden bis jetzt 500.000 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt“, haben Mitstreiter Mathias Rittgerot und Matthias Fischer nach jüngsten Studien berechnet. Die aktuelle Aktion „Biosprit stoppen“ auf www.regenwald.org überzeugte bereits rund 164.000 Teilnehmer. Viele Aktionen laufen heute via Internet. Als die Behrends 1986 anfingen, konnten sie ihre Info-Materialien nur per Fotokopie verbreiten.

In der Universität Hamburg treffen sich auch regelmäßig Unterstützer und Mitstreiter. Interessierte sind im AstA-Freiraum an jedem dritten Donnerstag im Monat willkommen. Kontakt: info@regenwald.org
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2 Kommentare
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Elke Noack aus Rahlstedt | 20.01.2016 | 10:50  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 22.01.2016 | 11:02  
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