„Ein bisschen Frieden“

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Frieden als Gemeinschaftswerk: Alle durften sich mit einem Fingerabdruck in das farbenfrohe Kunstwerk einbringen. Schulleiterin Antje Kilicli, Kübra, Lydia, Kunstlehrerin Elke Brachtendorf und Nina Mandy (v.l.) Foto: Busse

Grundschüler engagierten sich in Projektwoche und äußern Wünsche

Von Christina Busse
Barmbek
„Peace, Shalom, Barış“ – in vielen verschiedenen Sprachen stand der Frieden im Mittelpunkt einer Projektwoche an der Grundschule am Lämmersieth. Die vielfältigen Ergebnisse ihrer kreativen Erkundungsreise präsentierten die Kinder am vergangenen Freitag. Ömer und Erika zum Beispiel betreuten das „Glücksrad“ der etwas anderen Art: Wer das Rund mit einem schwungvollen Dreh in Bewegung setzte, erhielt eine Antwort auf die Frage „Wo könntest du geboren sein?“ Je nachdem, ob der Pfeil auf dem roten, blauen, grünen oder gelben Farbfeld stoppte, lebte man in einer friedlichen, unsicheren bis gefährlichen Region oder sogar in einem Kriegsgebiet, wirklichkeitsgetreu markiert auf der großen Weltkarte. Wo man geboren ist? Wo man lebt? Zufall, ein Glücksspiel eben. „Das Ganze soll einen Impuls zum Nachdenken geben“, erläutert Schulleiterin Antje Kilicli, die besonders von den „Nachrichten“ berührt ist, die die Viertklässler in eigenen Worten zur Weltlage zusammengestellt haben. „Wenn wir alle so etwas öfter hören würden, sähe die Welt möglicherweise anders aus“, meint sie. Rund 190 Schülerinnen und Schüler – über die Hälfte von ihnen mit Migrationshintergrund – besuchen die Schule am Lämmersieth. Auf vier Etagen präsentierten sie ihren Eltern und Mitschülern, was die Woche über entstanden ist. In der Kunstetage unterm Dach gab es Musik- und Theaterworkshops. Es wurde getanzt, gemalt und gesungen, die Kinder haben sich gegenseitig porträtiert. Unter dem Motto „Essen verbindet“ wurde gemeinsam gebacken, unterschiedliche Tischsitten und der Umgang untereinander wurden dabei thematisiert. Auf alten mechanischen Schreibmaschinen wurden Friedensbotschaften verfasst: „Jeder soll glücklich sein“, „Man könnte Frieden selber machen“, „Sonne und Liebe“, „Die Tiere schützen“ ist in einer bunten Collage zu lesen. Familie und Freundschaft sind die großen Themen, die immer wieder genannt werden und sich wie ein roter Faden durch die Schule ziehen. Überall sind bunte Zettel aufgehängt, von denen man sich „Frieden“, „Liebe“ oder einfach eine Blume zum Mitnehmen abreißen kann. „Das Thema ist genau richtig. Meine Kinder haben voller Freude mitgemacht“, sagt Larissa Bräutigam, deren Kinder die zweite und vierte Klasse besuchen. Altersgerecht gaben Geschichten aus Büchern Anregung für die Arbeit in den Projektgruppen, vom glitzerschuppigen „Regenbogenfisch“ in der ersten Klasse bis zu „Bestimmt wird alles gut“, in der die Kinderbuchautorin Kirsten Boie über das Mädchen Rahaf schreibt, das vor dem Bürgerkrieg von Syrien nach Deutschland flüchtet. Die Mädchen und Jungen in Barmbek haben ihr Briefe geschrieben: „Liebe Rahaf, keine Sorge, es gibt in Deutschland keinen Krieg. Es gibt Kurse für die deutsche Sprache, damit du uns verstehen kannst. Und es gibt nette Deutsche. Ich freu mich auf Dich. Dein Julien.“ Zuletzt ließen die Kinder Luftballons mit kleinen Friedensbotschaften aufsteigen.
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