Ein Hallenbad-Cabrio für Ohlsdorf?

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Pläne zeigen: Schwimmen mit Dach und Wohnungsbau

Ohlsdorf. Der Gemeindesaal St. Marien war voll belegt, als es am vergangenen Freitag wieder einmal um die Zukunft des Freibades in Ohlsdorf
ging. Neben Anwohnern und Vertretern der Bürgerinitiative „Rettet das Freibad Ohlsdorf“ waren auch Politiker aller
in der Bezirksversammlung vertretenen Fraktionen an-
wesend. Als wirklich konstruktiv haben die meisten Beteiligten die fast zweieinhalbstündige Debatte allerdings nicht empfunden, in der immer wieder altbekannte Standpunkte ausgetauscht wurden. Bäderlandgeschäftsführer Dirk Schumaier und Bezirksamtsleiter Harald Rösler präsentierten Plan-
entwürfe für einen Schwimmbadneubau, die vor der Sommerpause auch schon dem Stadtentwicklungsausschuss vorgelegen hatten.
Angedacht ist eine „Cabrio“-Lösung für das Ohlsdorfer Bad neben Neubauwohnungen.

Alles neu am Ohlsdorf-Bad

Das Konzept sieht ein Hallenbad mit 50 Meter-Bahn vor, dessen Dach sich bei sommerlichen Temperaturen ebenso öffnen ließe, wie die der Freifläche zugewandte Fensterfassade. „Diese Lösung ist einem Sanierungskonzept stark überlegen, weil sie sich sowohl energetisch als auch betriebswirtschaftlich rechnet“, so Harald Rösler. Dirk Schumaier betonte, dass die Sanierung der Bestandsgebäude nichts an der Tatsache ändere, dass es sich um eine „alte Hütte“ handele. Aus Sicht der Bezirksamtsleitung charmant: der historische Haupteingang des Freibades könnte im Zuge des Neubauvorhabens seine alte Funktion wieder erlangen. Dafür müsste allerdings der „Grüne Saal“ aufgegeben werden.
Um das 19-Millionen-Projekt finanzieren zu können, würde ein Teil der heutigen Freibadfläche für den Wohnungsbau geopfert. Rachid Messaoudi von der Bürgerinitiative „Rettet das Freibad Ohlsdorf“ warf der Stadt Untätigkeit vor. Es fehle an der Bereitschaft, die Investitionsumme in voller Höhe zu übernehmen und das Freibad in seiner jetzigen Form zu erhalten. Auch die Höhe der zu erwartenden Eintrittspreise bereitete einigen Besuchern Sorge: „Aus Bäderlandsicht ist es vielleicht nicht besonders zu beachten, wer das Schwimmbad besucht, aber politisch muss das doch eine Rolle spielen!“, so Initiativenvertreter und Anwohner Harald Meyer gegenüber dem WochenBlatt. (bb)
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