Eine Idee aus Leipzig

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Assistenzärztin Susanne Schulze hat es geschafft: Ihre Idee eines Hörspielfestes wird im Juli verwirklicht Foto: Lublow

Neu Barmbekerin beeinflusst ihren Stadtteil

Von Sylvana Lublow
Barmbek. Susanne Schulze ist Wahl-Hamburgerin. Die gebürtige Erfurterin (Thüringen) lebt seit drei Jahren in der Hansestadt. In Leipzig studierte sie Medizin. Und dort erlebte die 29-Jährige auch den „Hörspiel-Sommer“, eine Veranstaltung, die jedes Jahr von Studenten organisiert wird und sich fest etabliert hat. „Das Festival geht über zehn Tage. Als Studentin war ich oft dabei und fand es immer sehr schön“, erzählt die Neu-Barmbekerin.
Im vergangenen Jahr kam ihr die Idee, so etwas auch in Barmbek zu veranstalten. „Ich schrieb E-Mails an das Bürgerhaus und die Zinnschmelze und schlug ein Hörspiel-Fest vor.“ Die Rückmeldungen waren positiv. Beide Institutionen wollten dabei sein. „Allerdings war ich etwas naiv am Anfang, weil ich dachte, dass die Organisation einfach wäre.“ War sie aber nicht. „Für alles und jedes braucht man in Hamburg eine Genehmigung. Das war viel Arbeit für uns alle“, berichtet Susanne Schulze. Seit November planen das Bürgerhaus Barmbek, die Zinnschmelze und die Ärztin die „HörspielWiese“, die an zwei Tagen im Juli stattfinden wird. „Wir mussten Einiges zurückschrauben. Die anfänglichen Planungen waren dann doch zu groß und nicht zu finanzieren.“ Kompliziert sei vor allem die Klärung der Hörspiel-Rechte gewesen. Aber so ein kulturelles Fest könne mit den Jahren ja wachsen.
Für Susanne Schulze ist das Engagement für ihren Stadtteil ein wichtiger Schritt, um sich als Hinzugezogene zu integrieren. Ihr gefällt es in Barmbek. „Ich fühle mich wohl hier. In Barmbek passiert gerade sehr viel. Ich glaube, dass die Hochphase des Stadtteils gerade anfängt“, sagt sie. Außerdem gefalle ihr die Lage, die Nähe zum Stadtpark und zu ihrem Arbeitsplatz im Krankenhaus Alsterdorf, wo sie als Assistenzärztin in der Psychiatrie arbeitet. „In Barmbek ist es auch angenehm ruhig und hier muss man nicht irgendetwas darstellen.“ Dabei hat es ihr die neue Heimat anfangs nicht unbedingt leicht gemacht: Fünf Monate dauerte es, bis Susanne Schulze ihre Wohnung fand. „Die Wohnungssuche war schrecklich. Ich habe etwa 20 Wohnungen besichtigt und überall waren massenweise Mitbewerber.“ Allerdings habe sie dabei auch Hamburg sehr gut kennen gelernt.
Die 29-Jährige fährt alles mit Fahrrad, Bus oder Bahn ab. Ein Auto besitzt sie nicht. Außerdem lebt sie ohne Fernsehgerät und ohne Handy. „Für mich bedeutet es Freiheit, irgendwo zu sein, wo keiner mich erreichen kann.“ Statt Fernsehprogramm hört die Ärztin lieber Hörspiele, zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit. Auf die „HörspielWiese“ am 14. und 15. Juli freut sie sich schon sehr. „An diesem Wochenende wird es nicht regnen, das haben wir schon bestellt“, sagt sie und lacht. Nachmittags wird es Hörspiele für Kinder und Familien geben, abends wird es dann für die Erwachsenen spannend und gruselig. Die Besucher können sich auf die Wiese setzten, ein Picknick veranstalten und den Geschichten lauschen – alles bei freiem Eintritt.

Sonnabend, 14. Juli, von 14 bis 24 Uhr, Sonntag, 15. Juli von 14 bis 20 Uhr. Ort der Veranstaltung ist die Wiese am Wendebecken Langenfort. Informationen gibt es unter: www.facebook.com/HoerSpielWiese? oder unter E-Mails: Hoer.Spiel.Wiese@gmx.de
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