Eltern kämpfen um Kleinen Tieloh

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Die Elternratsvertreter Gundula Lampoudes und Andreas Meyer kämpfen seit Jahren für den Erhalt des Schulgeländes an der Dieselstraße Fotos: Burmeister

Stadtteilschule soll Teil des Geländes aufgeben / Platz für Ersatzpavillons kritisiert

Von Britta Burmeister
Barmbek-Nord. Wie ein Damoklesschwert schweben seit Jahren die Bebauungsplanverfahren Barmbek-Nord 23 und 11 über dem Schulgelände an der Dieselstraße. So jedenfalls erscheint es dem Elternrat der Stadtteilschule Barmbek.
Geht es nach dem Willen der Stadtplaner, muss die Schule den sogenannten „Kleinen Tieloh“ zum Ende des laufenden Schuljahres aufgeben, um Platz für die Verlagerung des an der Steilshooper Straße gelegenen Wilhelm-Rupprecht-Sportplatzes zu machen. Als Ersatz für die bestehenden Schulgebäude sollen auf einem 5.967 Quadratmeter großen Teilstück des heutigen Geländes neue Pavillonbauten für die Stadtteilschule entstehen.

Andere Vorstellungen

Aktuell wird das Schulgelände als Sportfläche und als Standort für zwei fünfte und sechste Klassen genutzt. Doch die Pläne der Stadtteilschule Barmbek gehen weiter: „Wir würden die Fläche gern für unsere Schülerfirmen und das Natur- und Umweltprofil der Oberstufe entwickeln“, berichtet Elternratsvertreterin Gundula Lampoudes. Auch für eine neue Schulkantine wird Platz benötigt. „Nach und nach wachsen alle Klassenstufen in den Ganztag hinein“, so Andreas Meyer. „Die Essensausgabe am Standort Tieloh ist dafür nicht geeignet.“
Die Schulbehörde unterstützt die Pläne der Stadtteilschule offenbar nicht. Wie aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage des Grüne-Bezirksabgeordneten Martin Bill hervorgeht, betrachtet auch die Schulbau Hamburg die geplanten Pavillonbauten nur als Interimslösung. Mittelfristig – so heißt es in der Antwort – werde die Schule das Grundstück nicht mehr benötigen.
Auch wenn der Elternrat diese Einschätzung nicht teilt, ist er kompromissbereit: „Wir suchen das reelle, vernünftige Gespräch“, so Elternvertreter Andreas Meyer. Gar kein Verständnis haben die Eltern jedoch für die Entscheidung, dass die neuen Pavillonbauten der Schule direkt an der Bramfelder Straße und am U-Bahndamm errichtet werden sollen – dort wo die Lärm- und Feinstaubbelastung am höchsten ist.
Das Bezirksamt Hamburg-Nord verweist in dieser Frage auf die Schulbehörde: „Wir machen keine Schulstandortplanung, sondern arbeiten die Vorgaben der Schulbehörde in den Bebauungsplan-Entwurf ein“, heißt es in einer Stellungnahme gegenüber dem WochenBlatt.

675 Wohnungen geplant

Insgesamt sei die Umwidmung des Schulgeländes Teil eines umfassenden Neuordnungs-prozesses im Quartier rund um die Dieselstraße. Nach Abschluss des Bebauungsplanverfahrens sollen hier rund 675 neue Wohnungen entstehen. Überplant werden unter anderem Flächen der Dekorationswerkstätten und des Kulissenfundus der Staatsoper. Die Verlagerung des Wilhelm-Rupprecht-Sportplatzes soll Ende 2014 erfolgen. Das frei werdende Grundstück soll für Wohnungsbau (115 Wohneinheiten) genutzt werden.
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