Entlastung für Pflegende

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Sie verschafft Menschen mit pflegebedürftigen Angehörigen eine Verschnaufpause im Alltag: Tanja Krüger (35) koordiniert den Besuchsdienst für Demenzkranke des DRK. Sie führt betroffene Familien und ehrenamtliche Betreuer zusammenFoto: Busse

Ehrenamtler vom DRK unterstützen Demenz-Angehörige

Von Christina Busse
Hamburg-Nord/Barmbek. „Ich möchte endlich einmal wieder eine Stunde für mich haben und durchatmen können“ – viele Menschen, die sich zu Hause um einen pflegebedürftigen Angehörigen kümmern, kennen diesen Wunsch., weiß Tanja Krüger vom Deutschen Roten Kreuz (DRK). Die Betreuung fordere sie oft rund um die Uhr, schnell seien die eigenen Kräfte verbraucht. Der häusliche Besuchsdienst des DRK Kreisverband Hamburg-Nord setzt genau hier an. „Wir möchten die Angehörigen entlasten. Ihnen die Möglichkeit geben, Energie zu tanken und etwas für sich selbst zu tun“, erläutert Tanja Krüger. Seit einem Jahr koordiniert sie das Angebot, das sich gezielt an Menschen mit Demenzerkrankung und pflegende Angehörige im Bezirk Hamburg-Nord richtet. Bei Tanja Krüger melden sich sowohl Betroffene als auch Interessierte, die den ehrenamtlichen Besuchsdienst übernehmen möchten. Die häuslichen Besuche, die in der Regel drei Stunden pro Woche umfassen, entlasten die Angehörigen, gleichzeitig erfahren die an Demenz Erkrankten eine Bereicherung ihres Alltags. Wie die gemeinsame Zeit verbracht wird, hängt von persönlichen Interessen, Fähigkeiten und Wünschen ab. „Man kann zum Beispiel an gemeinsame Hobbys anknüpfen, zusammen Fotos anschauen oder spielen“, gibt Krüger einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten.
Wenn die Betroffenen mobil sind, können auch kleine Ausflüge unternommen werden, vom Spaziergang in der Natur bis zum Bummel durchs Einkaufszentrum. Die Ehrenamtlichen erhalten zu Beginn ihres Einsatzes eine spezielle Schulung von der Angehörigenhilfe Demenz Hamburg, zu der sich neben dem DRK Hamburg-Nord verschiedene Einrichtungen zusammengeschlossen haben. Zukünftig möchte das DRK den Besuchsdienst weiter ausbauen. Tanja Krüger nennt die Voraussetzungen für dieses Ehrenamt, das bereits Menschen von der Studentin bis zum Rentner ausfüllen: „Offen und kontaktfreudig sollte man sein und Spaß daran haben, sich aktiv mit dem Betreuten zu beschäftigen.“
Angehörige, die Entlastung suchen, erhalten diese von Anfang an: „Wir kümmern uns gerne um alle erforderlichen Formalitäten, wie zum Beispiel die Beantragung bei der Krankenkasse“, erklärt die ausgebildete Krankenschwester und Heilpraktikerin, die selbst über direkte Erfahrung im Umgang mit Demenzkranken verfügt. Ihr Tipp an Angehörige, die die Unterstützung des Besuchsdienstes erhalten: „Loslassen und die Zeit für sich nutzen!“

Kontakt: Tanja Krüger, DRK Kreisverband Hamburg-Nord, Tel.: 40 47 06 56, E-Mail:
info@drk-hamburg-nord.de
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