Erfolgreiche „Egos“ in Hamburg

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Rißmann ist seit 28 Jahren Teil des Amateurtheaters „Die Egozentriker“. Er hat auf der Studiobühne Grootmoor lustige und dramatische Stücke gespielt und gesehen Foto: Sichting
 

Grootmoor-Theater seit 28 Jahren aktiv. Neu: „Top Dogs“

Hamburg. Seit 28 Jahren probt die Theatergruppe „Die Egozentriker“ aus Bramfeld jeden Mittwoch zwischen 19 und 22 Uhr. Die 18 aktiven Mitglieder treffen sich regelmäßig auf der Bühne im Gymnasium Grootmoor. Im Jahr werden hier zwei Stücke mit bis zu sieben Aufführungen gespielt. Am vergangenen Freitag feierte das Stück „Top Dogs“ Premiere.
Gründungsmitglied Jürgen Rißmann ist von Anfang an bei den Egozentrikern. „Jörg Oswald und ich hatten damals darstellendes Spiel als Abiturfach und wollten nicht aufhören, Theater zu spielen. Nach dem Abi 1984 haben wir mit einer kleinen zeitlichen Verzögerung 1986 eine Ehemaligengruppe gegründet. Wir waren schon immer offen für Schauspieler, die nicht auf das Gymnasium Grootmoor gegangen sind“, erzählt Jürgen Rißmann. „Losgelegt haben wir als eine Theaterjugendgruppe. Unsere Mitglieder waren zwischen 14 und 24. Davon haben wir uns inzwischen meilenweit entfernt. Unser jüngstes Ensemble-Mitglied ist 18, unser ältestes Fördermitglied ist 87 Jahre alt. Knapp die Hälfte des Ensemble besteht aus ehemaligen Schülern“, so der 49-Jährige. Bekanntestes Mitglied der Egozentriker ist der Tatort-Kommisar Fabian Hinrichs (40, kl. Foto). „Fabian ist aufs Gymnasium Grootmoor gegangen und stand zwischen 1993 und 1997 bei den Egozentrikern auf der Bühne. Das macht schon ein bisschen stolz“, verrät Rißmann.
Die Theatergruppe trägt sich finanziell selbst. „Wir finanzieren uns ausschließlich über die Mitgliedsbeiträge, den Förderkreis und die Eintrittsgelder. Das ist schwierig, aber machbar. Zuschüsse mussten wir in den 28 Jahren noch nie beanspruchen. Unser Glück ist, dass wir hier in unserer Studiobühne das technische Equipment der Schule kostenfrei mitnutzen können. Es gibt außerdem einen Schulfundus, auf den wir freien Zugriff haben. 1994 wurde der ehemalige Hörsaal zur 90 Plätze fassenden Studiobühne ausgebaut. Vorher wurde hier Chemie unterrichtet“, so Rißmann.
Legendär ist bei den Egos die Stückauswahl. Die Mitglieder können sich lange und intensiv darüber streiten. „Wir standen zwei oder drei Mal kurz davor uns aufzulösen, haben die Kurve aber immer wieder gekriegt“, lächelt Rißmann. Zuletzt spielte das Ensemble Harry und Sally. „Das war ein wunderbares Stück. Unser Publikum hat uns mit viel Applaus gezeigt, dass das Stück gefallen hat.“
In „Top Dogs“ dreht sich alles um die gehobenen Management
ebenen in Großunternehmen. „Top-Manager sind es gewohnt, Entscheidungen zu treffen und Leute zu feuern. Was aber, wenn sie selbst betroffen sind und sich kurz nach ihrer Entlassung in einem Selbstfindungsseminar wiederfinden? Dieser komischen Konstellation sind wir in unserem Stück von Urs Widmer nachgegangen“, verrät der ehemalige Schüler des Gymnasiums Grootmoor.
Nach Angaben Rißmanns mag das vielköpfige Stammpublikum der Egozentriker besonders die ausgesprochene Bandbreite des Bramfelder Amateurtheaters. Ganz egal ob William Shakespeare oder Marcy Kahan.
„Unsere Auslastung beträgt nahezu 100 Prozent. Anders würden wir bei 6 Euro Eintritt aber auch gar nicht über die Runden kommen. Uns geht es als Amateurtheater natürlich nicht um das Geld. Wir haben einfach Freude am Schauspiel und den verschiedenen Rollen. Ein begeistertes Publikum ist für uns der größte Lohn“, so Rißmann. (ms)

Weitere Vorstellungen von „Top Dogs“ am 27., 28. und 29. März, 19.30 Uhr,
Studiobühne Grootmoor, Am Damm 47, Tel.: 040/46554726 oder dieegozentriker@t-online.de
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