Flüchtlinge räumen Wiesendamm auf

Anzeige
Hatten sichtlich Spaß beim Aufräumen: Flüchtlinge aus der ZEA Wiesendamm Foto: Heume

Die Zufluchtsuchenden wollen den Barmbeker Anwohnern „etwas zurückgeben“

Von Ruth Heume
Barmbek
Am Freitagnachmittag herrscht geschäftiges Treiben in der Erstaufnahmestelle (ZEA) für Flüchtlinge am Wiesendamm: Müllsäcke, Besen, Kehrbleche und Greifer werden ausgeteilt. Männer, Frauen und Kinder in orangen und gelben Warnwesten. Noch am Vormittag gab es immer wieder Regenschauer, aber jetzt spielt das Wetter mit. Die Bewohner der Unterkunft sind bester Laune und kaum noch zu halten. So geht „Hamburg räumt auf“ am Wiesendamm. Die Erstaufnahmeinrichtung für Flüchtlinge am Wiesendamm 24 besteht seit Oktober 2015 und wird von den Johannitern betrieben. Neben zahlreichen anderen Angeboten für die Bewohner gibt es auch eine „Schnackecke“, berichtet Johanniter-Pressesprecherin Margareta Mensch. Hier gehe es um interkulturellen Austausch. Auch das Thema Umwelt und Müll komme dabei immer wieder zur Sprache, zumal hierzu in den meisten Herkunftsländern der Flüchtlinge eine andere Einstellung herrsche. Die Zufluchtsuchenden – so stellte sich heraus – wollten den Barmbekern „etwas zurückgeben“. Die Gruppen in ihren orangen und gelben Westen schwärmen aus und nehmen sich die Grünflächen, Bürgersteige und Fahrradwege vor. Dabei ist immer ein Mitarbeiter oder ehrenamtlicher Helfer. Auch die Mitarbeiter der Security-Firma helfen mit und achten heute darauf, dass die Kinder nicht plötzlich auf die Straße laufen. Martin Späth, Quartiersleiter der Einrichtung am Wiesendamm, ist begeistert, wie gut die Menschen in Barmbek die Geflüchteten aufgenommen haben. „Die Bewohner der Unterkunft wollen nun den Anwohnern etwas zurückgeben.“ Fasziniert ist er auch davon, wie harmonisch und friedlich es bei dieser Aktion zugeht. „Wir zählen hier 70 Menschen 13 verschiedener Nationen, darunter natürlich auch viele unterschiedliche Religionen“. Mit derzeit 240 Personen ist die Anzahl der Bewohner überschaubar. Das führe zu einem sehr persönlichen Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Geflüchteten, berichtet Späth.Die Flüchtlingsinitiative „Welcome to Barmbek“ unterstützt die Mitarbeiter der Johanniter von Anfang an. Und auch viele Anwohner aus der Umgebung engagieren sich, zum Beispiel bei der Essensausgabe. Oder im Kinderspielzimmer. Alle am Standort sind sich einig: In dieser Flüchtlingsunterkunft läuft es richtig gut. Und das alles soll am 30. Juni zu Ende sein? Dann läuft der Mietvertrag aus und der Umbau der ehemaligen
Theaterfabrik zum neuen Theaterzentrum WIESE soll – wie berichtet – beginnen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige