Flutgebiet verkleinert

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Die Osterbek zwischen Farmsen und Bramfeld: kleiner Bach mit rechtlichen Tücken

18 statt 50 Häuser betroffen. Osterbek wird entschlammt

Von Michael Hertel
Wandsbek. Das Überschwemmungsgebiet (ÜSG) Osterbek fällt wesentlich kleiner aus, als von den Behörden im Jahr 2014 vorgestellt. Die betroffene Fläche reduziert sich von 6,50 Hektar auf 3,91 Hektar, die Zahl der Gebäude im ÜSG-Bereich geht von 50 auf 18 zurück. Das war die - für die meisten anwesenden Bürger - erfreuliche Nachricht der behördlichen Informationsveranstaltung in der Schule an der Seebek.

Gleich ein halbes Dutzend Staatsdiener informierten und diskutierten mit den Bürgern über die Ergebnisse der Nachberechnung mit Hilfe einer holländischen Hochleistungssoftware. Ergebnis ist, so Dr. Olaf Müller vom Landesbetrieb Straßen. Brücken und Gewässer (LSBG), der die Berechnungen im Auftrag der Umweltbehörde vornimmt, „das beste Modell, das man derzeit bekommen kann.“ Die Festlegung eines ÜSG basiert auf einer EU-Richtlinie sowie dem Wasserhaushaltsgesetz und ist - wie mehrfach berichtet - mit erheblichen Einschränkungen für die Grundbesitzer beispielsweise bei Hausbau und Gartengestaltung verbunden.


Umbauten sind Problem

Nach wie vor betroffen ist der Sprecher der Bürgerinitiative gegen das ÜSG, Peter Hauth (68), wie auch weitere Anlieger vor allem im Quartier zwischen Rappenstieg, Turnierstieg und Barenbleek auf der Grenze zwischen Farmsen und Bramfeld. Laut Hauth habe die Stadt um das Jahr 2003 die Osterbek in diesem Bereich mit Mäandern ausgestattet, Jahre später dann „tonnenweise Kies“ als „Strömungslenker“ in den sich schlängelnden Bachlauf eingebracht, der seitdem immer mehr verschlamme (Hauth: „bis zu 70 Zentimeter dicke Schlammschicht“). Zudem werde der Kies gern von Kindern zum Bau von Staudämmen verwendet. Um nasse Füße zu bekommen bedarf es dort offensichtlich keines Hochwassers von hundertjährigem Ausmaß (Grundlage der ÜSG-Berechnung).

Auf dem Hauth-Grundstück („2010 von der Stadt zum Kauf angeboten - vorher habe ich dort 30 Jahre lang zur Pacht gewohnt“) jedenfalls kam es zu Überflutungen nach Starkregenfällen. Der Hausbesitzer: „Das hat aber nichts mit dem Klimawandel zu tun sondern damit, wie das Gewässer umgebaut wurde und vor allem nicht gepflegt wird.“ Immerhin: Bezirksamtsvertreter Karsten Schröder versprach den Anwohnern, in Sachen Entschlammung nachzubessern. Unter den 18 betroffenen Gebäuden befinden sich auch Schuppen, Garagen und Lauben, die aber von den Behörden als vollwertige Gebäude einbezogen wurden. Wären weniger als zehn Gebäude betroffen, würde das ÜSG wegen der „Signifikanzgrenze“ vollständig entfallen. Allerdings: Anwohner, deren Grundstücke durch die Nachberechnung aus dem ÜSG herausgefallen sind, können das Thema ÜSG keinesfalls ad acta legen, denn alle sechs Jahre ist eine Nachberechnung
vorgesehen.
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