„Fürchten um Existenz“

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Wohin damit während der Sanierung? Gundel Schmidt zeigt das alte Inventar der Turnhalle. Foto: bb
 
Dass die alten Hallen saniert werden, findet der Verein grundsätzlich gut – nur die Organisation lässt zu wünschen übrig.

HTBU e. V. kann Sportangebot nicht aufrechterhalten

Von Britta Burmeister
Barmbek/Uhlenhorst. 136 Jahre nach ihrer Gründung fürchtet die Hamburger Turngesellschaft Barmbeck-Uhlenhorst e.V. von 1876 um ihre Existenz. Grund dafür ist ausgerechnet die bevorstehende Sanierung und Modernisierung der vier Sporthallen, zu deren Erhalt und Ausstattung der Verein seit seiner Gründung immer wieder maßgeblich beigetragen hat. Begonnen hat alles mit einem Vertrag, den die Hamburgische Finanzbehörde am 30. August mit der HEOS Berufsschulen Hamburg GmbH abgeschlossen hat. Im Rahmen einer sogenannten Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP) will die HEOS – eine eigens zu diesem Zweck gegründete Projektgesellschaft des Hamburger Bauunternehmens Otto Wulff und der STRABAG Real Estate GmbH – bis 2017 fünfzehn berufsbildende Schulen sanieren oder sogar neu bauen, darunter auch die Berufliche Schule Uferstraße (W2) und die benachbarte Staatliche Fachschule für Sozialpädagogik (FSP1) in der Wagnerstraße. Auch für die auf dem Schulgelände befindlichen Sport- und Gymnastikhallen wurde ein Sanierungsplan erarbeitet. Leider ohne die HTBU daran zu beteiligen, die bereits seit mehr als hundert Jahren ein Sondernutzungsrecht auf dem Gelände genießt und sich mehrfach an den Kosten für Ausstattung und Reparaturen der Hallen beteiligt hat.
„Wir begrüßen die Sanierung grundsätzlich sehr“, betont Gundel Schmidt, Geschäftsführerin der HTBU, „aber die Organisation ist eine Katastrophe!“ Obwohl die HTBU zu den Hauptbetroffenen gehört, erfuhr sie immer nur indirekt oder durch gezielte Nachfragen von den bevorstehenden Baumaßnahmen und deren Ablauf. Um Zeit und mutmaßlich auch Geld zu sparen, will die HEOS die beiden Sporthallen am Klinikweg vom 28. Januar bis zum 26. November komplett sperren, eine dritte Halle an der Uferstraße soll für die Dauer der Arbeiten in eine Pausenhalle umgewandelt werden. Für die Zwecke des Sportvereins steht sie damit nicht mehr zur Verfügung. „Das bedeutet für uns, dass 70 Prozent unseres Angebots nicht stattfinden kann “, zeigt Gundel Schmidt die Konsequenzen auf. Zu den Hauptbetroffenen gehören die 200 Kinder, die regelmäßig zum Kinderturnen in die Turnhalle am Klinikweg kommen. Außerdem rund 100 Männer und Frauen, die am Gesundheitssport teilnehmen sowie die Handball- und Volleyballmannschaften, die in der Bezirks- und Landesliga aktiv sind. „Es ist selbst bei gutem Willen unrealistisch, im näheren Umfeld geeignete Ersatzsräume zu finden“, sagt Gundel Schmidt. „Ich fürchte um unsere Existenz!“
Bereits Anfang Oktober wandte sie sich an die zuständigen Behörden und erkundigte sich, ob nicht eine Sanierung in mehreren Bauabschnitten möglich sei. Eine Antwort hat sie darauf bisher nicht erhalten. Auch die Frage, was während der Hallenschließung mit den Sportgeräten geschehen soll, die zum Bestand des Vereins gehören, ist bislang unbeantwortet. Für Gundel Schmdit ist diese Vorgehensweise unbegreiflich: „Wir wollen ja kooperiereren, aber wir erwarten im Gegenzug, dass man uns in die Bauzeitenplanung einbezieht!“
Eine Stellungnahme der Finanzbehörde, des Bezirksamtes und der HEOS lag zu Redaktionsschluss noch nicht vor. (bb)
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