Fuhle: Der Mix macht‘s!

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2014 soll die Fuhlsbüttler Straße – 5,2 Kilometer führt sie durch Barmbek und Ohlsdorf – schick und schön werden: Viel Platz, viel Grün, bis zu neun Meter breite Bürgersteige, so stellen sich die Planer die neue Fuhle vor. Doch wer sorgt für ein attraktives Ladenangebot?Visualisierung: Argus und Breimann & Bruun

Neue Studie sieht Vermieter von Läden in der Pflicht

Von Misha Leuschen
Hamburg. Die Aufwertung Barmbeks hat ihre Tücken – das ist das Ergebnis der Studie, die die ECE beim Unternehmen Maßmann & Co. in Auftrag gegeben hat, um die Situation des Einzelhandels zu untersuchen. Denn um hochwertige Angebote ansiedeln zu können, braucht es größere Ladenflächen. Die werden die Neubauten rund um den Barmbeker Bahnhof bieten können. Doch werden Kunden, die das dortige Angebot nutzen, sich in die Fuhle locken lassen?
„Vieles hängt davon ab, ob die Vermieter an der Fuhle verstehen, dass sie reagieren müssen, um nicht abgehängt zu werden“, erläutert Studien-Projektleiter Torsten Hönisch. Dafür müssten sie in der nahen Zukunft für einen besseren Branchenmix sorgen. An der Fuhle überwiegen noch Lebensmittel und andere Artikel des täglichen Bedarfs. Bekleidung, Schuhe, Spielzeug oder Elektroartikel werden alternativ in der City, dem Quarree oder der Hamburger Meile eingekauft. So verliere der Stadtteil enorm viel an Kaufkraft, die laut Studie durchaus vorhanden ist: Die Menschen im Einzugsgebiet haben laut Studie zwar weniger Geld als im Hamburger Durchschnitt, geben dieses aber in überdurchschnittlichem Umfang für Einzelhandelsgüter und Konsum aus. Befragt wurden auch Menschen, die nicht in der Fuhle einkaufen. Sie bleiben aus, weil ihnen ein attraktives, hochwertiges Angebot fehlt und nennen dabei explizit Marken wie Ecco, H&M oder Esprit.
Das wird ihnen die Fuhle auch in Zukunft nicht anbieten können. „Solche Ketten werden sich am Bahnhof, aber nicht in der Fuhle ansiedeln, dafür fehlen die entsprechenden Flächen“, sagt Höhnisch.
Um Kunden in die Fuhle zu locken, braucht es am anderen Ende einen Magneten. Umsetzbar wäre dies auf dem Eckgrundstück an der Kreuzung Fuhle / Hellbrookstraße, das im Moment mit Blume 2000 und anderen Mietern zwar gut belegt sei, aber aufgrund der Fläche mehr Potenzial biete. „Der Knochen hat zwei Enden“, macht Höhnisch das Problem anschaulich.
An den hohen Mieten an
der Fuhle kann es nicht liegen, dass infrage kommende Anbieter eher zögerlich sind – die Mieten liegen laut Studie
an der Fuhle zwischen 20 und 30 Euro und damit 25 bis
50 Prozent unter denen an der Osterstraße oder der Wandsbeker Marktstraße. Offenbar wollen Investoren abwarten, bis die Bautätigkeit im Quartier vorbei ist. Bleibt zu hoffen, dass dann noch ein Einzelhandel übrig ist, den neu zu beleben sich lohnt.
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