Geht das Ohlsdorf-Bad baden?

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Zugeparkte Straßen, Hunderte Fahrräder, lange Schlange vor der Kasse. Warum ist dann nur eine Kasse besetzt, warum hat das Bad am Wochenende nur bis 18 Uhr geöffnet? Warum werden die seit Jahren überfälligen Reparaturen nicht durchgeführt? – fragt sich WochenBlatt-Leserreporter Renè SenenkoFoto: Senenko/wb

Bürgerinitiative: Wohnungsbau muss verhindert werden

Ohlsdorf. Über die Zukunft des Freibades Ohlsdorf ist noch immer nicht entschieden. Derzeit wird die Diskussion um den Erhalt oder Abriss des Kombibades auf politischer Ebene ausgetragen.
Nachdem, wie berichtet, eine Bürgerinitiative (BI) im Jahr 2009 die Pläne von Bäderland und Schwarz-Grün vereitelt hatte, einen Teil des Bad-Geländes für den Wohnungsbau zu verkaufen, waren im vergangenen Jahr erstmals Gespräche über die Zukunft des sanierungsbedürftigen Bades aufgenommen worden. Im vergangenen Herbst hatte es einige Arbeitsgespräche zwischen Bezirksamtsleiter Harald Rösler, Bäderland, dem Architekten, dem Amt für Stadt- und Landschaftsplanung und den Sprechern der Bürgerinitiative „Rettet das Freibad Ohlsdorf“ gegeben.

Ergebnisse weitergeleitet

Das Ergebnis sei an den Stadtplanungsausschuss weitergeleitet worden, so Harald Meyer, Sprecher der Bürgerinitiative: „Da alle durchgespielten Varianten für einen Umbau des bisherigen Hallenbades auch nach unserer Auffassung unbefriedigend blieben, wurde als allgemeiner Konsens die Neubauplanung und der anschließende Abriss des Hallenbades empfohlen.“
Eine der Hauptforderungen im Bürgerentscheid war, die 50-Meter-Bahnen beizubehalten. Das könne dadurch erfüllt werden, dass ein ganzjährig nutzbares, überdachtes 50-Meter-Becken geplant werde. Dessen Südfront könne je nach Wetter geöffnet werden, so Meyer.
Wenn die Kosten der Neuplanung geklärt sind, sollen die architektonischen Entwürfe bei einem Runden Tisch diskutiert werden, so der Sprecher der Bürgerinitiative weiter. „Eine Rolle wird dabei spielen, dass der neue Entwurf das historische Eingangsgebäude mit dem Uhrturm wieder als Schwimmbadeingang vorsieht. Dadurch würde die Nutzung des Grünen Saals für kommunale Zwecke entfallen, ohne dass ein Ersatz in Aussicht steht.“ Das wäre vermutlich auch das Aus für den Bücherladen und die Willi-Bredel-Geschichtswerkstatt, die im linken Gebäudeflügel untergebracht sind.

Entscheid ignoriert

Mit dem Bürgerentscheid hatte vor allem der Verkauf eines größeren Teils der Freibadfläche an einen privaten Investor zwecks einer zweizeiligen, mehrgeschossigen Wohnbebauung verhindert werden sollen. Nach Ansicht von Meyer ist diese Forderung nach wie vor unberücksichtigt geblieben sei. Meyer kritisierte, dass üblicherweise von „Randbebauung“ die Rede sei. Nur wer sich wirklich mit den Plänen beschäftige, könne erkennen, dass dieser „Rand“ ein Drittel der Grundstücksfläche umfasse: „Wir plädieren dafür, an der Klärung dieser Frage die Bürger von vorneherein zu beteiligen.“
Frank Brügmann von Bäderland dazu: „Die Gespräche zur Zukunft des Kombibads Ohlsdorf sind in den vergangenen Monaten von allen Beteiligten konstruktiv und mit viel Engagement geführt worden. Derzeit werden diese Gespräche auf der politischen Ebene fortgesetzt. Eine Entscheidung ist nach Kenntnis von Bäderland noch nicht gefallen.“ (nk/wb)
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