Hamburg: Angeklagte schweigen

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Der Brand verursachte einen Sachschaden von über 1,3 Millionen Euro Foto: Archiv/wb

Prozessauftakt zum Feuer in der Turnhalle der Stadtteilschule Am Dorfplatz

Von Martin Jenssen
Hamburg. Nachdem das „große Ding“ passiert war, nahmen die ehemals „guten“ Freunde gehörigen Abstand von Marc P. (22), der sich jetzt wegen Brandstiftung vor einem Schöffengericht in Barmbek verantworten muss. Das „große Ding“ war das Feuer in der Grund- und Stadtteilschule am Bramfelder Dorfplatz. Es war in der Nacht zum 26. August 2012 durch eine Brandstiftung im Geräteraum der Turnhalle ausgebrochen. Die Halle brannte vollständig ab. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von über 1,3 Millionen Euro.
Das „große Ding“ war viele Wochen Gesprächsthema in Bramfeld. Der Verdacht fiel schnell auf den jungen Angeklagten. Das Schulgelände war damals Treffpunkt für junge Leute aus Bramfeld. „Auch Marc hat dort gerne mit seiner Clique gechillt“, sagt Robin V. (19), ehemaliger Schüler. Die jungen Leute hätten auch Lagerfeuer veranstaltet. Marc, so erklären Robin und andere Zeugen, hätte oft Benzin dabei gehabt. Er habe sich immer richtig gefreut, wenn es brannte. Robin V.: „Er hat auch manchmal Mist gebaut, zum Beispiel Fahrräder angezündet. Dann haben sich die anderen aber von Marc distanziert.“
Ebenfalls auf der Anklagebank sitzt Bartosz G. (25). Auch ihm wird Brandstiftung vorgeworfen. Er soll Marc P. dabei geholfen haben, am 9. Dezember 2012 im Waschkeller eines Mehrfamilienhauses im Trittauer Amtsweg mehrere auf einem Kleiderständer befindliche Kleidungsstücke mit Streichhölzern anzuzünden, so dass es zu offenen Flammen und einer starken Rauchentwicklung kam. Zu einer Ausbreitung des Brandes kam es jedoch nicht, da das Feuer von selbst erlosch.
Bartosz G. wurde in der Nacht zum 26. August 2012 mit Marc P. auf dem Schulgelände gesehen, kurz bevor das Feuer in der Turnhalle ausbrach.
Einem Freund erklärte Bartosz hinterher, er habe gemerkt, dass Marc vorgehabt habe, Mist zu bauen. Er habe das Schulgelände deswegen verlassen. Auf dem Weg nach Hause habe er noch Musik gehört, die aus der Turnhalle kam. Vor Gericht wollten beide Angeklagten keine Aussage machen. Der Prozess wird fortgesetzt.
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