Hamburg: Besuch aus Palästina

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Sarah (16), Nallal (16), Sheeraz (17) und Eianes (17) sind aus Jenin zu Besuch in Hamburg (v.l.n.r.) Foto: flü

17 Schüler aus Jenin lernen am Margaretha-Rothe-Gymnasium

Barmbek Die Vorbereitungen haben mehr als ein Jahr gedauert, die Anreise war mühsam: 24 Stunden waren die 17 palästinensischen Schülerinnen und Schüler aus Jenin unterwegs, mussten drei Mal den Bus wechseln und wurden – nach eigener Aussage – an der Grenze von Israel nach Jordanien stundenlang durchsucht.
Nun sind sie in Hamburg und noch bis zum 20. Juni Gäste des Margaretha-Rothe-Gymnasiums in Barmbek. Entstanden war der Austausch nach einer Projektreise der Barmbeker Schüler nach Israel und Palästina im Herbst 2013. „Hamburg ist noch viel schöner als ich dachte“, sagt die 16-jährige Sarah. „Und die Menschen können sich hier frei bewegen und einfach so von einem Platz zum anderen fahren ohne Checkpoints zu passieren.“ Wenn sie nach Jerusalem, Hebron oder auch an den Strand wolle, müsse sie jedesmal in Israel eine Erlaubnis beantragen. Auch die Schule bietet den Schülern, die in Palästina getrennt nach Geschlechtern unterrichtet werden, neue Eindrücke: „Schüler und Lehrer haben hier viel mehr Möglichkeiten. In Jenin ist schon der Schulweg gefährlich, weil es keine Ampeln gibt“, erzählt Nallal (16), „wir haben keine Kindheit in Palästina“. Verlassen möchten die Schüler Palästina dennoch nicht.
Viele streben für bessere Lebensbedingungen Studienfächer wie Medizin, Physik, Chemie oder Sprachwissenschaften an. „Ich weiß, dass auch viele Israelis mit uns fühlen.
Aber zwischen uns steht die Mauer, wir können nicht miteinander kommunizieren. Wir sehen nur israelische Soldaten“, sagt Nallal. Gemeinsam mit den Schülern des Margaretha-Rothe-Gymnasiums reflektieren die Palästinenser fotografisch in einem „Trialog“ ihre Wurzeln und Zukunftswünsche.
Die 17-jährige Ikram hat ein Foto des Pferdes von Jenin mitgebracht, einer Skulptur, die an die Kämpfe um das dortige Flüchtlingscamp erinnert und von dem deutschen Künstler Thomas Kilpper mit palästinensischen Kindern erbaut wurde. „Das erinnert mich an meine Wurzeln“, sagt Ikram. Am 18. Juni wird die Trialog-Litfaßsäule mit allen Fotos auf dem Schulhof enthüllt und kann ab dann besichtigt werden. (flü)
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