Hamburg: Brakula wird wohl ab Frühjahr 2015 saniert

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Uwe Schmidt zeigt während des Rundgangs, was alles verändert wird. Auf die bestehenden Fundamente wird ein neues Bühnenlager gesetzt Fotos: Sichting
 
Der Saal bekommt einen Durchgang zum Hauptgebäude und neue Fluchtwege. Stühle und Zubehör werden dann ausgelagert.

Bauplan für 1,3 Millionen-Euro-Projekt liegt vor, jetzt wird auf grünes Licht der Denkmalschutzbehörde gewartet

Von Mathias Sichting
Hamburg. Es ist viel Bewegung im Stadtteil. Neben der regen Diskussion über eine neue U-Bahnlinie nehmen aber auch andere wichtige Pläne in Bramfeld Form an. Das 130 Jahre alte Zuhause des Bramfelder Kulturladens soll komplett renoviert werden. Insgesamt 1,3 Millionen Euro stehen für die Sanierung des Bauernhauses zur Verfügung. Die grundlegenden Planungen sind gefasst. Bei einem Rundgang mit dem Wochenblatt zeigte Brakula-Geschäftsführer Uwe Schmidt die wichtigsten Neuerungen und größten Baustellen.

Charme des Hauses muss erhalten werden

„Das Gebäude wird grundlegend energetisch saniert. Die Heizung wird erneuert, die Wände werden isoliert, der Fußboden wird neu gemacht. Es ist ein wunderschönes Haus mit viel Potenzial. Es hat aber auch sehr viele kleine Stufen und Treppen. Das alles zu ändern ist sehr kompliziert. Außerdem müssen die Brandschutzbestimmungen angepasst und Fluchtwege neu geschaffen werden. Die Elektrik ist sehr marode und wahrscheinlich muss auch an den Sielen gearbeitet werden“, blickt Uwe Schmidt voraus. Dicke Bretter, die da gebohrt werden müssen.
Jeder Schritt auf den Holzbohlen knarrt. Die über hundert Jahre alten Balken ächzen unter der Last der Besucher. Das hat Charme und muss erhalten werden. Nach der Sanierung ist das Gebäude fit für die Zukunft. „Wir werden während der Bauarbeiten nicht schließen. Wir wollen versuchen, eventuell in einem Zelt weiterhin Veranstaltungen anzubieten oder leer stehende Geschäfte an der Bramfelder Chaussee zu nutzen. Außerdem soll sukzessiv gebaut werden, so dass wir innerhalb des Hauses in fertig gewordene Räume umziehen können und der Betrieb weitergehen kann“, erklärt Schmidt.

Durchgang zum Hinterhaus geplant

Ein endgültiger Bauplan mit den eingearbeiteten Wünschen der Nutzer und Mieter liegt jetzt vor. In ständiger Absprache mit einem Architektenbüro wurde dieser erarbeitet. „Bleibt abzuwarten, was das Denkmalschutzamt zu beanstanden hat und wann wir von denen grünes Licht für den Baustart bekommen. Ich denke, dass wir im März 2015 mit den ersten Baumaßnahmen beginnen“, so der Geschäftsführer. „Wir werden in einer der nächsten Stadtteilkonferenzen die Pläne vorstellen und darüber diskutieren. Geplant ist auch, einen Aushang zu gestalten, auf dem sich die Besucher über die Planungen informieren können. So bekommt man ein Feedback.“ Zu den größten Vorhaben gehört laut Schmidt der Bau eines Durchgangs zum Hinterhaus. Dieser soll den Saal besser an das Hauptgebäude anschließen und einen Umweg über das Außengelände überflüssig machen. Außerdem soll das Café in den jetzigen Seminarraum verlegt werden.
Auf dem Rundgang kommt Uwe Schmidt am engen Treppenhaus vorbei. Für einen Rollstuhlfahrer oder einen gehbehinderten Besucher ist es schwierig das Obergeschoß zu erreichen. Dort sind das Stadtteilarchiv, der Verein Kulturinsel und weitere Büros untergebracht. Nach dem Umbau soll hier ein Bewegungs- und Seminarraum entstehen. „Das Treppenhaus wird neu gestaltet und mit einem Fahrstuhl versehen. Sehr aufwendig werden die Arbeiten an dem neuen Fahrstuhl. Dafür wird extra eine Sohlplatte gegossen“, so der Geschäftsführer. Auf dem Außengelände angekommen, blickt Uwe Schmidt auf das Flachdach des Anbaus. Dort soll ein Dachaufbau entstehen. Er deutet mit dem Plan in der Hand in den Himmel. „Unter anderem werden zwei Büros als Ersatz oben aufgesetzt. Insgesamt gewinnen wir durch den Aufbau etwa 300 Quadratmeter. Über das Dach wird es außerdem eine Feuertreppe als Fluchtweg geben.“

Nachfolger für die neue Gastronomie gesucht

Besucht man das Stadtteilkulturzentrum mit dem Auto, hat man regelmäßig Probleme einen Parkplatz zu finden. Hinter dem Gebäude steht nur eine geringe Anzahl von Parkplätzen zur Verfügung. Wer auf Nummer sicher geht, parkt direkt auf der Bramfelder Chaussee und nimmt einen kurzen Fußweg in Kauf. „Nach der Sanierung wird es zwei bis drei neue Parkplätze geben, da die Container wegkommen. Im Zuge der Realisierung der Kulturinsel sind weitere Parkplätze möglich“, blickt Schmidt voraus. Wichtiger Bestandteil des Kulturzentrums und Anziehungspunkt sind die Gastronomie-Räume. Für eine neue Gastronomie im Vorderhaus wird derzeit ein Nachfolger gesucht. „Wir überlegen, wie wir die Gastronomie so gestalten können, dass sie funktioniert. In einem ersten Schritt soll die Gastro in die Räume zur Chaussee hin ziehen. Das Angebot soll erweitert und mehr Gäste ins Brakula gelockt werden“, so Schmidt am Ende des Rundgangs.
Die 1,3 Millionen Euro für die Sanierung des Kulturzentrums sind bewilligt und liegen beim Bezirksamt. Sie stammen aus Mitteln der Bürgerschaft. Bleibt abzuwarten, wann die Bauarbeiten beginnen können. Auf grünes Licht der Denkmalschutzbehörde wartet man in Bramfeld bis heute.
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