Hamburg: Die „Blaue Kachel“ ist 40

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Seit 40 Jahren besteht die Martin Luther King-Kirche in Steilshoop. Charakteristisch sind die blauen Kacheln – die ihr den Beinamen die „Blaue Kachel“ einbrachten. Die Kirche steht unter Denkmalschutz Fotos: Ehrhorn

1974 wurde die Martin Luther King-Kirche in Steilshoop eingeweiht

Hamburg. „‚We shall overcome – wir werden (es) überwinden‘ ist eines der am häufigsten gesungenen Lieder in der vierzigjährigen Geschichte der Martin Luther King-Kirche – besonders bei Konfirmationen oder wenn in Gottesdiensten gesellschaftliche Herausforderungen und Debatten thematisiert wurden“, konstatiert Pastor Sönke Ullrich. Ältere kennen das Lied auch von Protestmärschen der Anti-AKW- oder Friedensbewegung.
In der Martin Luther King-Kirchengemeinde hat die hohe Affinität für dieses Lied noch einen weiteren Zusammenhang, der sich von ihrem Namensgeber herleitet: Auf dem „Marsch nach Washington“ 1963, bei dem Martin Luther King vor dem Washington-Memorial seine wohl berühmteste Rede „I Have a Dream“ hielt, sang Joan Baez dieses Lied vor 300.000 Menschen...
Im Gründungsjahr der Kirche 1974 war auch in Steilshoop noch ein Hauch von Protest zu spüren.
Der Kleingartenstadtteil wurde zur großen Neubausiedlung umgebaut. Hier hatten seit dem Krieg mehr als 4.000 Menschen, deren Wohnungen in der Innenstadt zerstört worden waren, eine neue Heimat gefunden. Die schwarzen Piratenflaggen, die hier und dort noch hingen, kündeten von dem Widerstand vieler Bewohner gegen die Errichtung einer Großraumsiedlung inmitten der grünen Idylle. „Aber aufzuhalten war nichts mehr“, erinnert sich Sönke Ullrich. „Deshalb ging es den beiden Pastoren, Helmut Elliesen-Kliefoth und Rudolf Wolter, zunächst darum, dafür zu sorgen, dass der neue Stadtteil menschenwürdige Rahmenbedingungen für gute nachbarschaftliche Beziehungen bieten würde.“ Dass in jedem Wohnring Gemeinschaftseinrichtungen (u.a. „Spielwohnungen“) entstanden, sei vor allem ihrer Initiative zu verdanken.
Neben der vielen sozialen Arbeit, die im Gemeindezentrum geleistet wird, spielt eben auch die Musik einen tragende Rolle: Fast von Anfang an dabei war Marion Hanke (77). Seit dem 1. November 1974 begleitet sie die evangelische Gemeinde als musikalische Leiterin. Für ihr Engagement wurde sie am vergangenen Wochenende geehrt. Musikschüler aller Alterklassen, die Marion Hanke während ihrer 40-jährigen Arbeit begleiteten, spielten gemeinsam während des Gottesdienstes – darunter auch „We shall over come“. (ce)
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