Hamburg: „Die zweite Chance nutzen“

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Max Brandtstaedter (16) will Tischler werden und freut sich über den Ausbildungsplatz in der Produktionsschule Steilshoop. Hier repariert er sein eigenes Bett in der Tischlerwerkstatt der Schule Foto: Barth

Die Produktionsschule Steilshoop bietet Schul-Abbrechern eine Ausbildung an

Von Daniela Barth
Hamburg. Max Brandtstaedter aus Horn ist der erste Kandidat. Der 16-Jährige wird eine dreijährige Ausbildung zum Tischler in der Produktionsschule Steilshoop absolvieren. Die Schule – eigentlich ein von der Schulbehörde gefördertes Projekt für so genannte „Schulverweigerer“ – bietet nämlich mehrere Ausbildungsplätze im Rahmen der außerbetrieblichen Ausbildung in den Berufszweigen Tischler (drei Jahre) und Maler (drei Jahre) ab dem 1. September an.
Das Besondere daran: Das Angebot richtet sich an Jugendliche zwischen 16 und 24 Jahren ohne Schulabschluss und wird von der Arbeitsagentur gefördert. Max hat hier in der Produktionsschule seine „zweite Chance“ erhalten, wie er selbst sagt. Er ist seit einem Jahr Produktionsschüler, kommt regelmäßig nach Steilshoop und hat seine „Liebe zum Holz in der Tischlerwerkstatt entdeckt“. Der 16-Jährige hat eine typische Schulabbrecher-Karriere hinter sich. „Ich habe mich seit ich zwölf Jahre alt bin immer in meinem Zimmer eingeschlossen, um nicht zur Schule zu müssen“, erzählt er.
Er sei mit einem Lehrerwechsel nicht zurecht gekommen, mit späteren Schulwechseln ebenso wenig. Hilfe brachte ein Familienbetreuer des Jugendamtes, der ihn zuerst in die Produktionsschule Billstedt brachte.Als die geschlossen wurde, kam Max nach Steilshoop. Unterricht gibt es in dieser Schule nur drei Stunden am Tag, der Rest ist für praktische Arbeit in den Werkstätten reserviert. Das gefällt Max mittlerweile so gut, dass er sich für die Tischler-Ausbildung entschlossen hat. Dafür musste er einen Eignungstest bestehen. Jetzt stehen ihm drei harte Jahre bevor, denn obwohl er keinen Schulabschluss hat, muss er genauso den Stoff der Berufsschule schaffen wie alle anderen Azubis. „Dabei kann er sich aber auf die Unterstützung der Ausbilder verlassen“, betont Schulleiter Andreas Plog. Dass ein ehemaliger Produktionsschüler auch als Azubi an der Schule bleibe, sei allerdings eher ungewöhnlich. „Bei Max bin ich aber zuversichtlich, dass er es schafft. Er ist hier bestens integriert und äußerst zuverlässig.“ Ginge es nach Plog, könnte die Schule noch mehr Jugendliche ausbilden. Aber dies hänge von der Zuweisung durch die Schulbehörde ab. Bisher ist das Angebot auf sechs Plätze beschränkt.

Noch sind Stellen frei: Bewerbungen können direkt an die Produktionsschule Steilshoop,Fritz-Flinte-Ring 41 a/b, 22309 Hamburg, geschickt werden, Tel.: 639 002 10
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