Hamburg: Galerie-Hotel verkauft

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Das Galerie-Hotel Petersen in der Langen Reihe 50 wurde von der Wedina-Gruppe übernommen. Das stilvolle Gebäude soll weitestgehend erhalten bleiben Foto: ks

Wedina-Gruppe sichert sich fünftes Hotel in St. Georg

Von Klaus Schlichtmann
St. Georg. Die Wedina-Gruppe hat das Galerie-Hotel Petersen in der Langen Reihe 50 übernommen. Damit steigt die Zahl der bereits im Stadtteil ansässigen Übernachtungshäuser auf fünf. Das Haus mit seiner schönen, ansprechenden Fassade aus dem 18. Jahrhundert ist eines der ältesten Häuser in
Hamburg. Aber in den zurückliegenden Wochen hat sich doch einiges getan in dem stilvollen Gebäude, das unter Denkmalschutz steht.
Das Galerie-Hotel ist ein Kleinod unter den Gasthäusern und war kürzlich im Wochenblatt vorgestellt worden. Hajo Petersen (71), der das Haus seit Ende der 60er-Jahre führte, lebt zwar nach wie vor in dem zweistöckigen Haus, hat dort eine kleine Wohnung - aber den Ton geben jetzt andere an. Felix Schlatter heißt der neue Pächter. Und der Mann aus der Schweiz ist in St. Georg kein Unbekannter. Betreibt er doch seit Jahren erfolgreich die vier bunten Häuser des „Wedina“-Hotels in der Gurlittstraße. Im vergangenen Jahr geriet sein Name gleich zweimal in die Schlagzeilen: Einmal als möglicher Retter der historischen Buchhandlung Wohlers in der Langen Reihe, nachdem der Hauseigentümer die Miete quasi über Nacht zunächst verdreifacht hatte - Literaturfreund Schlatter wollte den Mietvertrag übernehmen, einen Teil der Miete aus eigener Tasche bezahlen, um dem Buchhändler so die Existenz am alten Standort zu sichern - der Deal scheiterte allerdings . Weniger Sympathiepunkte brachte ihm dagegen seine Gedankenspiele ein, das über 100 Jahre alte Wohngebäude Gurlittstraße 25 abzureißen, um dort ein Boarding-/Apartementhaus zu errichten. Nun also hat Felix Schlatter sein Hotel-Ensemble doch um ein fünftes Haus erweitert - das Galerie-Hotel.
Als erste Maßnahme hat der neue Eigentümer alle vier Gästezimmer des Drei-Sterne-Hauses modernisiert. „Der besondere Charme der Räume ist dabei natürlich erhalten geblieben“, betont der Schweizer.
Alt-Pächter und Maler Hajo Petersen hat sich im Haus quasi auf sein „Altenteil“ zurück gezogen, denn eine eigene Rezeption gibt es im „Galerie-Hotel“ nicht mehr: die anreisenden Gäste checken jetzt über das „Wedina“-Hotel in der nahegelegenen Gurlittstraße ein. Als Abfindung ist dem nahezu erblindetem Hajo Petersen ein lebenslanges Wohnrecht im Hotel vertraglich zugesichert worden. „Mit dieser einvernehmlichen Lösung ist allen Beteiligten geholfen“, erklärt Pächter Schlatter.
Aber es gibt auch Verlierer. Die beiden Zimmermädchen jedenfalls waren mehr als irritiert, als sie mit dem Pächterwechsel plötzlich vor verschlossener Hoteltür standen, weil die Schlösser ausgewechselt worden waren. Die Frauen sind nicht übernommen worden. Ihr anteiliges Monatsgehalt haben sie inzwischen aber immerhin erhalten. (ks)
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