Hamburg: Globetrotter will umziehen

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Bevor der neue Stadtplatz in Nähe des Barmbeker Bahnhofs saniert wurde, gab es 55 Parkplätze. Jetzt darf hier nicht mehr geparkt werdenFoto: mt

Outdoor-Händler macht fehlende Parkplätze für Probleme verantwortlich

Hamburg Für Tobias Baron, den neuen Leiter der Globetrotter-Erlebnisfiliale, wird es eng im Stadtteil. „Die Parkplatzsituation ist für unsere Kunden unerträglich“, sagt der 42-Jährige. Seit mehr als 20 Jahren ist der gebürtige Bochumer bei Globetrotter tätig.
Im März hat Baron von seinem Vorgänger Ulrich Gumz eine schwierige Aufgabe übernommen: In den letzten zwei Jahren sank der Umsatz des Barmbeker Hauses von jährlich 25 Millionen auf 22,5 Millionen Euro. 20 Stellen konnten nicht neu besetzt werden – für Baron Folgen der unbefriedigenden Erreichbarkeit des Hauses. Deshalb denke man ernsthaft über einen Umzug nach und suche nach geeigneten Immobilien. Das Argument, Globetrotter Barmbek könne man mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen, lässt der Jurist nicht gelten. „Unsere Kunden kommen mehrheitlich aus dem Umland, am Wochenende bis zu 70 Prozent – und das von Hannover bis Heide.“ Diesen Kunden könne er nicht vermitteln, nicht mit dem Auto anzureisen.
Doch einen Parkplatz finden sie nicht, denn wegen der Bautätigkeit rund um den Barmbeker Bahnhof entfallen immer mehr Parkplätze. Eine Parkraumanalyse der BIG Städtebau ergab, dass vor den Umbaumaßnahmen in diesem Einzugsgebiet rund 440 Plätze zur Verfügung standen, davon zirka 55 auf dem neuen Stadtplatz. Nach dem Umbau werden es noch knapp 370 Parkplätze sein – und das bei wachsendem Parkdruck. Die BIG Städtebau hofft, dass bei den Neubauvorhaben zusätzliche öffentliche Parkplätze zur Verfügung gestellt werden. Bisher ist das ein frommer Wunsch. Fakt ist, dass die Autos weiterhin die engen Wohnstraßen rund um den Bahnhof verstopfen. Für Filialleiter Baron ist das eine unhaltbare Situation. Er führt Gespräche mit Unternehmen und Bauentwicklern in der Nachbarschaft, bisher ohne Ergebnis. Baron glaubt, es könnte eine schnelle Entlastung für den ganzen Stadtteil bringen, wenn der Stadtplatz zumindest bis zur Fertigstellung der geplanten Parkmöglichkeiten für den sogenannten „ruhenden Verkehr“ geöffnet würde. Aber das sei politisch nicht gewünscht, habe man ihm deutlich gemacht.
Ein diesbezüglicher Antrag der CDU im Regionalausschuss wurde ebenfalls abschlägig beschieden. Doch der Unmut in der Bevölkerung über diesen unbelebten freien Platz wächst. Die Frage, die sich manche stellen, ist, ob die Politik des Bezirks in diesem Punkt nicht an den Bedürfnissen seiner Bürger vorbeigeht.
Der Vorwurf, Globetrotter bluffe nur mit der Überlegung, mit Hamburgs einziger Erlebnisfiliale den Stadtteil zu verlassen, ärgert Filialleiter Baron. Er sagt, er möchte gern in Barmbek bleiben, aber nicht um jeden Preis, „und schon gar nicht, wenn es Arbeitsplätze kostet. Zahlen lügen nicht“. (leu)

Info:
Mit acht Filialen (Berlin, Dresden, Hamburg, Frankfurt, Köln, München, Bonn und Torfhaus im Harz) und zwei Outlets (in Bonn und Frankfurt) ist Globetrotter Ausrüstung, 1979 in Hamburg von Klaus Denart und Peter Lechhart gegründet, einer der größten Händler für Outdoor- und Reiseequipment Europas. Die Firma hat 1.500 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 250 Mio. Euro.
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1 Kommentar
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ada zaurak aus Henstedt-Ulzburg | 14.05.2014 | 13:48  
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