Hamburg: Hallo, Taxi...tänzer!

Anzeige
Das Starlight No. 1 ist nicht nur bei Bramfeldern bekannt - und wegen der Taxitänzer bei vielen Damen beliebt Foto: wb

Bei Jörg Lütgens ist immer Damenwahl – auch in Bramfeld

Von Mathias Sichting
Hamburg. Schwarze Schuhe, dunkle Hose und ein weißes Hemd - das ist die Arbeitsbekleidung eines Taxitänzers. Richtig gelesen, Taxitänzer! Gegen Geld schwingen sie ihr Tanzbein und beglücken die tanzwütige Damenwelt. Einer der Taxitänzer ist Jörg Lütgens, seit 40 Jahren auf den Tanzflächen der Hansestadt – unter anderem auch im Bramfelder Tanzlokal Starlight No. 1 – zu Hause. Seit 2007 tanzt der Hamburger für Geld. Und das mit Erfolg. Lütgens ist Initiator der Norddeutschen Taxitänzer. Mit bis zu fünf Kollegen betanzt er Hochzeiten, Geburtstage und Bälle. Sogar für den Wiener Opernball wurde Lütgens schon gebucht.
Der Taxitänzer ist schlicht, aber elegant. Ein Gentleman halt. Auf dem Rücken prangt unter einem aufgedruckten Taxischild die Internetadresse der Eintänzer. Die Idee ist dabei nicht ganz neu: Seit etwa 100 Jahren gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz Tanzlokale, die sogenannte Eintänzer, oder auch Gigolos genannt, bezahlen, um sich um die Damenwelt zu kümmern. In Hamburg kann man jeden zweiten und vierten Freitag im Monat im Starlight No. 1 in Bramfeld mit Jörg Lütgens tanzen. Von Disco-Fox bis Wiener Walzer. „Wir sind Herren, die fürs Tanzen da sind und nicht für etwas anderes. Wir begleiten die Damen von der Bar bis auf die Tanzfläche, mehr nicht“, so Lütgens. Die Taxitänzer dürfen nicht ablehnen, wenn sie von einer Dame aufgefordert werden. Ganz egal, ob jung oder alt, ob attraktiv oder dezent.
„Vier Stunden tanzen, das ist Leistungssport pur. Ich tauche in eine andere Welt ein und schalte auf der Tanzfläche meinen Kopf ab. Seit meinem elften Lebensjahr bin ich Tänzer. Die ersten Tanzschritte habe ich in der Tanzschule Herde gemacht. Bis heute trainiere ich ein Mal in der Woche, um fit zu bleiben und neue Figuren zu lernen“, so der 51-Jährige.Etwa 15 Frauen „betanzt“ ein Taxitänzer am Abend. „Unsere Gäste kommen sogar aus Lüneburg, Kiel und Bremen ins Starlight. Ich habe gehört, dass einmal im Monat Besucher aus Dänemark zu uns kommen. Die Augen aller Gäste sind jeden Abend auf mich und meine Kollegen gerichtet. Ich wurde auch schon im Baumarkt erkannt“, sagt Lütgens, der kürzlich auch in einer TV-Reportage prominent durchs Bild tanzte. Mit einem „Darf ich bitten“ beginnt ein Taxitänzer die Tanzrunde mit einer Dame. „Meistens werden wir aber von den Frauen selbst angesprochen. Die haben oft einen Tanzmuffel zu Hause oder sind allein unterwegs. Sie wollen sich auf der Tanzfläche verausgaben. Aber nach drei Liedern ist oft Schluss, dann müssen die meisten erstmal wieder zu Atem kommen“, lächelt Lütgens. Drei Stunden mit einem Taxitänzer kosten knapp 100 Euro.

Infos im Internet gibt es auf norddeutschetaxitaenzer01.wordpress.com
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige