Hamburg: Jetzt geht‘s los am Dorfgraben

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Am Dorfgraben sollen insgesamt 100 Wohnungen gebaut werden. Geplant sind Stadtvillen (hellrosa gefärbt) und Mehrfamilienhäuser (dunkelrosa gefärbt)Plan: BA

Aktueller Bebauungsplan liegt bis 4. April öffentlich aus

Hamburg. Es soll eines der größten Projekte im Stadtteil der nächsten Jahre werden: Rund 100 Wohnungen sollen voraussichtlich ab Anfang 2015 am Bramfelder Dorfgraben entstehen. Jetzt liegt der Bebauungsplan-Entwurf „Bramfeld 64“ bis 4. April im Bezirksamt Wandsbek aus (montags bis donnerstags zwischen 9 und 16 Uhr und freitags zwischen 9 und 14 Uhr). Bis zu diesem Zeitpunkt können Einwendungen schriftlich an das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirksamtes Wandsbek, Am Alten Posthaus 2, gerichtet werden.
Hintergrund: Im Frühjahr 2012 wurde bei einer Plandiskussion im Johannes-Brahms-Gymnasium erstmals über die geplante Aufstellung des Bebauungsplans Bramfeld 64 „Bramfelder Dorfgraben“ informiert. Insbesondere auf städtischen Flächen zwischen Bramfelder Chaussee und Fabriciusstraße sollen etwa 100 Wohnungen (Stadtvillen und Mehrfamilienhäuser) entstehen - und eine neue Verbindung „für den öffentlichen Personennahverkehr“. Früher hätte das Stadtbahn heißen können, aktuell sieht dies eher nach einer Busverbindung aus. Bereits bebaute Flächen an Fabriciusstraße und Bramfelder Chaussee sowie südlich des Seekamps sind mit in das Plangebiet einbezogen. Laut Bezirksamt wurden bereits mehrere Gutachten zu Auswirkungen auf Boden, Natur, Landschaft, Wasserhaushalt und Auswirkungen wie Lärm erstellt. Parallel zum Bebauungsplan wird das sogenannte „Landschaftsprogramm“ für einen Teilbereich des Plangebietes geändert (liegt ebenfalls zur Einsicht aus). Dabei geht es unter anderem um die Neugestaltung der Grünflächen. „Auch wenn Teile der bisherigen Grünfläche zwischen Bramfelder Chaussee und Fabriciusstraße zukünftig für den Wohnungsbau und für Verkehrsflächen in Anspruch genommen werden, bleiben mit der Verlegung und naturnahen Neugestaltung des Bramfelder Dorfgrabens, sowie mit der begleitenden Fußwegeverbindung auch zukünftig gute und attraktive Freiraumqualitäten und ein grüngeprägter Charakter der Fläche erhalten“, versichert Bezirksamtsprecherin Lena Voß. Der Naturschutzbund (Nabu) hatte bereits im Vorfeld Kritik an der geplanten Dorfgraben-Bebauung geübt. Bernd Quellmalz, Nabu-Pressesprecher: „Die Flächen sind Grünflächen mit überwiegend naturnahen Biotoptypen und wertvollem Gehölzbestand. Sie bilden einen wichtigen ökologischen Verbindungsfreiraum zwischen dem Bramfelder Ortskern, dem Seebek-Grünzug, dem Bramfelder See und dem Stadtteil Steilshoop.“ Der geplante Wohnungsbau nebst Erschließungsflächen würde erhebliche Eingriffe verursachen. Etwa 200 Bäume müssten für dieses Projekt gefällt werden. Ein klares Statement dazu von Bernd Quellmalz: „Der Nabu lehnt die Bebauung der Grünflächen im Bereich des Bramfelder Dorfgrabens aus Sicht des Naturschutzes und der Landschaftsplanung ab.“ (ba)

Weitere Informationen zur öffentlichen Auslegung stehen auf der Internetseite des Bezirkamts-Wandsbek zur Verfügung: hamburg.de/wandsbek/bebauungsplaene

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