Hamburg: Mieterhöhung gekappt

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Das Baugerüst steht schon: Die Sanierung der Gagfah-Wohnungen soll voraussichtlich bis Mitte November abgeschlossen sein Fotos: M. Thielcke

Mieterverein einigt sich mit Gagfah

Von Marco Thielcke

Hamburg. Im Streit um Mieterhöhungen von Gagfah-Wohnungen in Steilshoop geht die Wohnungsgesellschaft nun einen Schritt auf ihre Mieter zu. In einer Vereinbarung mit dem Mieterverein zu Hamburg verspricht der Immobilienkonzern, die Mieten auf maximal 7,50 Euro pro Quadratmeter zu erhöhen. Und es könnte noch weniger werden.

Rückblick: Im April schockte der Wohnungskonzern seine Mieter am César-Klein-Ring 34-40 mit der Nachricht, die Mieten nach großangelegten Sanierungsmaßnahmen um bis zu 2,42 Euro auf acht Euro pro Quadratmeter zu erhöhen (Wochenblatt berichtete). Hans-Werner Türcke, einer der Bewohner wandte sich damals an das Wochenblatt. Die Miete des 74-Jährigen sollte sich von 645 Euro auf 790 Euro pro Monat erhöhen. Zu viel für Türcke, der jahrzehntelang bei der Post arbeitete und mit seiner kleinen Rente auch Ehefrau Gisela versorgt.
Die nun getroffene Vereinbarung zwischen Mieterverein und Gagfah deckelt die Mieterhöhungen und macht sie transparenter, denn nach den Bauarbeiten im November schauen sich die Mieterschützer die Kosten genau an.
Rolf Bosse vom Mieterverein zu Hamburg sagt: „Nicht alle Ausgaben kann man auf die Miete schlagen.“ Denn bei den Sanierungen muss zwischen Instandhaltungs- und Modernisierungskosten unterschieden werden. Die angesetzten Kosten der Gagfah (1918 gegründet als „Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Angesteltenheimstätten“) und des Mietervereins unterscheiden sich laut dem Protokoll einer Begehung des Mietervereins der Wohnungen erheblich voneinander.
Während die Gagfah von Modernisierungen in Höhe von fast 3,2 Millionen Euro ausgeht, schätzt der Mieterverein die Kosten nur auf 1,7 Millionen Euro. Demnach könnte auch die Miete, laut Mieterverein, sogar auf 6,80 Euro pro Quadratmeter begrenzt werden. Dazu Dirk Schmitt von der Gagfah-Gruppe: „Die von uns errechneten Werte sind transparent, nachvollziehbar und üblich.“

Neue Mieter-Rechte

Durch den Vertrag erhalten die Bewohner noch weitere Rechte: Neben der gekappten Mieterhöhung bekommen die Bewohner für die Belastungen während der sechsmonatigen Sanierung die Einmalzahlung von 2,50 Euro pro Quadratmeter zugesprochen. Zudem soll jede Wohnung von Schimmel und Feuchtigkeit befreit werden. Auf die Frage, ob eine solche Vereinbarung auch für zukünftige Sanierungen von Gagfah-Wohnungen gelte, antwortet das Unternehmen, dass solche Absprachen für jede Modernisierung separat geprüft würden.
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