Hamburg: Slalom durch Baustelle

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Umbau von Gründgensstraße und Schreyerring wegen Busbeschleunigung sorgt für Chaos und Ärger

Hamburg-Steilshoop.
Über das Projekt der Busbeschleunigung wird auch in Steilshoop schon länger kontrovers diskutiert. Viele Leute hielten schon vor Baubeginn die Umbaumaßnahmen auf der Gründgensstraße für unnötig (das Wochenblatt berichtete). Wie sieht es zurzeit dort aus? Das Wochenblatt hat sich vor Ort umgehört und umgesehen.
Baustelle reiht sich an Baustelle, ganze Straßenabschnitte sind gesperrt oder nur in eine Richtung befahrbar. Die Baustellen in der Gründgensstraße sowie im Schreyerring stellen in den Augen einiger Anlieger sogar eine Gefahr dar.

„Durch die Baustellen
wurden die Fahrradwege
auf die Straße verlegt.
Auf der schmalen Straße
ist das einfach
zu gefährlich. “
Karl Paepcke


„Durch die Baustellen wurden die Fahrradwege auf die Straße verlegt“, empört sich Karl Paepcke. „Auf der schmalen Straße ist das einfach zu gefährlich. Als Kind oder ältere Person wird man vom Zug der vorbeifahrenden Busse umgerissen.“ Zudem bemängelt der 80-Jährige den Baufortschritt. „Ich komme selber aus dem Baugewerbe. Hätten wir damals so gearbeitet, wir wären raus geflogen. Hier arbeiten meist nur zwei Leute und das auch nicht lange.“ Auch Günter Kröber (70) ist von der Busbeschleunigung nicht überzeugt: „Meiner Meinung nach bringt das nichts. Zumal der Bau eine einzige Schlamperei ist. Hier bleiben Fußwege gesperrt, auf denen schon lange nicht mehr gearbeitet wird. Das ist reine Geldverschwenderei.“
Werner L. (68) fühlt sich von den Baustellen sehr gestört: „Das Autofahren hier ist wirklich schlimm geworden. Etliche Verkehrsschilder sind weg und die Leute parken jetzt, wo und wie sie wollen.“

„Kundenzahl ist
zurückgegangen“

Aber auch wirtschaftlich haben die Baustellen eine negative Auswirkung. „Seit hier gebaut wird, ist der Stadtteil tot“, sagt Ali A. (28). „Das Einkaufszentrum ist total leer.“ Das merkt man auch im Döner-Imbiss an der Gründgenstraße. Direkt an der Baustelle gelegen, kommen immer weniger Kunden vorbei. „Man merkt deutlich, dass die Kundenzahl zurückgegangen ist, seit hier gebaut wird“, sagt Mitarbeiter Hakan A. (23) „Es wird immer weniger Umsatz gemacht.“ Auch dem Abschluss der Bauarbeiten zum Jahreswechsel sehen viele Anwohner bisher skeptisch entgegen. (ce)
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1 Kommentar
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Eleonore Heilmann aus Bramfeld | 14.11.2014 | 15:27  
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