Hamburg: Traurige Nummer 291

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Teilweise jahrelanger Laden-Leerstand und innen marode: das Geschäfts- und Ärztehaus aus den 1970er Jahren an der Bramfelder Chaussee 291Foto: Schlichtmann

Leerstand, Heizungsausfall, Rohrbruch an der Chaussee

Von Klaus Schlichtmann
Hamburg. Einen positiven Blickfang bietet das zweigeschossige Gebäude in der Bramfelder Chaussee 291 wahrlich nicht: Die gelbe Fassade sanierungsbedürftig, leer stehende Geschäfte im Erdgeschoss – öde und marode wirkt der langgestreckte Komplex aus den 1970-er Jahren, kein Schmuckstück für die „Chaussee“ jedenfalls. Vor einigen Tagen kam auch noch ein Heizungsausfall dazu sowie in einer der vier Arztpraxen im Obergeschoß ein Wasserrohrbruch - die Praxen mussten für einen Tag schließen, die Ärzte ihre Patienten nach Hause schicken.
„Wir haben trotz kalter ‚Füße durchgehalten“, sagt Gudrun Meiburg, Mitinhaberin der Neptun-Apotheke im Erdgeschoss. Sie sagt aber auch: „Eine Renovierung wäre hier wirklich wünschenswert. Der Eigentümer kann nicht nur die Mieten einstreichen, er sollte auch in sein Objekt investieren und es auf den neuesten Stand bringen.“
Was sich die Apothekerin vor allem wünscht sind neue Nachbarn, neue Mieter in den leerstehenden Ladenflächen neben der Apotheke, die das Gebäude wieder beleben.
Allein knapp 1.000 Quadratmeter Fläche stehen im ehemaligen Dänischen Bettenhaus leer, das vor drei Jahren in die Marktplatz-Galerie umgezogen ist. Und der Obst- und Gemüsehändler nebenan ist ebenso ausgezogen wie vor Jahren schon der Wirt einer Gaststätte mit großer Kegelbahn.
Was also wird aus diesem Ärztehaus, das in die Jahre gekommen ist? Das würde auch Sylvia Soggia gerne wissen, seit August letzten Jahres Quartiers-Managerin für Bramfeld. Sie sorgt sich um die Vielfalt in der Bramfelder Chaussee. Quartiersmanagerin Soggia: „So begrüßenswert die Ansiedlung von Kaufland und die Eröffnung der Galerie auch ist – dem Branchenmix in der „Chaussee“ hat das geschadet und im gewerblichen Bereich leider auch zu Leerstand wie im Ärztehaus geführt.“ Auf Nachfrage beim zuständigen Bezirksamt Wandsbek erklärte Behörden-Sprecherin Lena Voß, dass der Eigentümer vor knapp fünf Jahren durchaus Pläne hatte, das Gebäude umzubauen, zu modernisieren: „2009 wurde dafür ein Vorbescheid erteilt, der nach wie vor gültig ist“. Eine Aufstockung des Gebäudes war offenbar geplant, es gab allerdings Widerstand von Anliegern.
Aus Insiderkreisen ist außerdem bekannt, dass der Discounter Penny (gehört zur Rewe-Gruppe) Interesse als Mieter angemeldet hatte. Der Einzug sei allerdings an nicht vorhandenen Zufahrtsmöglichkeiten für Lkw gescheitert.
Die Eigentumsverhältnisse scheinen etwas verworren zu sein. Mal war angeblich ein Libanese mit Wohnsitz in England der Besitzer dieser Immobilie, dann wieder ein Brite, der in Frankreich lebt. Verwaltet wird das Objekt durch eine überregionale Hausverwaltung in Erkrath bei Köln. Dort erfuhr das Wochenblatt auf Nachfrage, dass man nach wie vor bemüht sei, Nachmieter für die leer stehenden Flächen im Haus zu finden. Wer denn nun der Eigentümer sei, wollte man aber nicht sagen ... (ks)
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