Hamburg: Wenn der Marder los ist ...

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Der Steinmarder sieht niedlich aus, kann aber großen Schaden anrichten Foto: Thinkstock

Biologe Eberhard Baur gibt Tipps gegen den Befall des pelzigen Allesfressers

Hamburg. Er ist selten zu sehen, doch immer wieder Gesprächsthema: der Steinmarder, der sich als ungebetener Gast unter Dächern einnistet oder im Motorraum von Autos Stopp macht. Das Raubtier, das sich zu den „Hundeartigen“ zählt und einen besonders treuherzigen Blick hat, schlägt am liebsten in der Dämmerung zu. Er ist ein Allesfresser auf Beutezug, der gar nicht so einfach unschädlich zu machen ist – vor allem nicht, wenn dies schonend geschehen soll. Im Wochenblatt gibt ein Experte, der Biologe Eberhard Baur, Tipps zur Bekämpfung des Steinmarders:
Bei Mardern handelt es sich um äußerst schlaue Tiere, so der Biologe. Baurs oberster Rat lautet daher: „Unterschätzen Sie den Marder nicht.“ Da ein Marder vier bis fünf Quartiere zu seinem Revier zählt, soll man versuchen, die Attraktivität der eigenen Unterkunft für die Tiere möglichst zu senken. Dazu empfiehlt sich, zum Beispiel stromfließende, aber leicht abschaltbare Weidezaungeräte aufzustellen. Achtung: guter Blitzschutz ist hier zusätzlich nötig. Solche Geräte kosten ab etwa 60 Euro und sind im guten Elektrohandel erhältlich.
Damit die Marder nicht Regenrinnen hochklettern, haben sich auch Stachelbänder“ bewährt, die um die Rohre gelegt werden. Was ein marderfreies Oberstübchen angeht, hilft nur ein „marderdichtes“ Dach.
Der Weg ins Dach hinein muss dem Nager, der schon manchen Dachboden als WC und Toberaum missbraucht hat, versperrt sein. Hierbei können Fachfirmen helfen. Allerdings, so warnt Baur, kann der kleine Besucher selbst durch faustgroße Öffnungen eindringen. Bei Reetdächern ist es besonders schwierig, den Marder am Durchschlupf zu hindern.
Im Internet angepriesene Maßnahmen wie Beschallung durch Musik oder Ultraschall, ebenso wie „Wundermethoden“ wie Hundehaare oder Lichtfallen bringen laut Baur keinerlei Schutz. Sinnvoll ist dagegen, Kaninchendraht oder stärkeres Drahtgeflecht wellig auszulegen, der das Tier verunsichert und ihm die Unterkunft unwohnlich macht. Auch unter Autos kann man solchen Draht legen. Als Anti-Marder-Mittel für den Motorraum empfiehlt der Experte, den Motorraum schlicht mit einer Spülmittellösung großzügig abzusprühen, um so Geruchsnoten anderer Marder zu entfernen. Fühlt der fällige Allesfresser nämlich sein Revier durch Artgenossen bedroht, beißt er unter Umständen auch Schläuche durch. Spätestens da sind Mensch und Marder keine Freunde mehr. (gm)

Tipps bei Eberhard Baur, Tel.: 652 27 72 oder insektenbaur@tele2.de
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