Hamburger Fabrik als Flüchtlingsheim

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In diesem leerstehenden Fabrikgebäude am Wiesendamm 22 -30 sollen ab Oktober bis zu 200 Flüchtlinge leben Fotos: Ehrhorn

Das Wochenblatt vor Ort: Was halten Barmbeker von den Plänen?

Hamburg. Krieg, Terror, Verfolgung, Armut: Immer mehr Menschen sind in Krisengebieten zur Flucht gezwungen. Um dem erwarteten Ansturm von Flüchtlingen Herr zu werden, agiert der Hamburger Senat jetzt mit dem Polizeirecht. Das Polizeirecht erlaubt allen Behörden bei „Gefahr im Verzug“ auf Verwaltungsschritte wie Beteiligung von Bezirken und Bürgern oder Baugenehmigungen zu verzichten. So will die Hansestadt in den kommenden Monaten gut zwei Dutzend Flüchtlingsunterkünfte mit mehr als 5.000 Plätzen schaffen.
Eine eilige Einrichtung von Notunterkünften gibt es ab Oktober auch in Barmbek: Am Wiesendamm sollen leerstehende Fabrikgebäude als Erstaufnahmelager bis zu 200 Flüchtlinge beherbergen, Zelte sollen für etwas „Privatsphäre“ sorgen. Am Tessenowweg werden auf dem Parkplatz der Hafencity-Uni Container und Pavillons aufgestellt. Auch hier sollen etwa 200 Menschen untergebracht werden. Nebenan gibt es schon ein Containerdorf für Asylanten. 50 Plätze in Wohncontainern sollen zudem bei der S-Bahnstation Friedrichsberg, auf der P & R-Fläche Krausestraße bis Ende des Jahres eingerichtet werden. „Für die Aufstellung von Containern ist die Innenbehörde zuständig“, erklärt Katja Glahn vom Bezirksamt.
Das Wochenblatt hat sich am Wiesendamm umgehört, was die Barmbeker von der provisorischen Unterbringung der Flüchtlinge halten: Ein Großteil reagiert verständnisvoll, wie zum Beispiel Astrid Mannforst (32): „Ich finde es in Ordnung, es werden ja überall Plätze gesucht.“
Der ein oder andere ist aber auch skeptisch. Wie Susanne J. (40): „Ich bin zwiegespalten. Einerseits habe ich gewisse Befürchtungen, andererseits haben diese Menschen natürlich auch ein Recht hier zu leben.“
Ganz kritisch sieht es indes Peter M. (47): „Dieselbe Energie, welche in die Hilfe für Flüchtlinge gesteckt wird, sollte man auch mal für die Obdachlosen aufbringen. Warum bekommen die keine Container?“ (ba/ce)
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Annika S. aus Barmbek | 19.10.2015 | 20:27  
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