Hamburger Gericht: Mieter müssen ausziehen

Anzeige
Die Fassaden der Häuser wurden seit 20 Jahren nicht mehr renoviert Foto: Ehrhorn
Hamburg. Michael A. (48) ist einer der letzten Bewohner der Abriss-Häuser im Nüßlerkamp. Er ist empört über die Behauptung der Firma Sahle Bau, er und seine Mitstreiter würden sich weigern, die Häuser zu verlassen und dadurch den Bau verzögern (Wochenblatt berichtete). „Seit 20 Jahren kämpfen wir für den Erhalt der Häuser“, erklärt er. „Aber diesen Kampf haben wir jetzt verloren. Es ist gerichtlich beschlossen worden, dass wir ausziehen müssen.“ Ursprünglich sollten die letzten verbliebenen Mieter im November ausziehen. „Ich schätze aber, dass es erst zwischen März und April soweit sein wird.“ Michael A. räumt nur ungern seine Wohnung. „Es ist günstiger Wohnraum, der hier abgeschafft wird.“
Sahle Bau hatte den alten Mietern eine Wohnung im Neubau angeboten. Ob A. das Angebot annimmt, weiß er aber noch nicht. Um die letzten Mieter aus den Häusern zu bekommen, hätten die Vermieter Methoden angewandt, die sich an der Grenze der Legalität befänden, sagt Michael A. „Des Öfteren sind die Vermieter zusammen mit der Polizei einfach durch meinen Garten marschiert. Ich habe mich wirklich bedroht gefühlt. Dann haben die aus heiterem Himmel angefangen, Türen aus den leeren Wohnungen auszureißen.“
Viele der Wohnungen werden, wie auch die von Michael A., mit einem Kohleofen beheizt. „Das ist sehr gemütlich,“ findet er. Jedoch für die Nachbarschaft ein Ärgernis. „Wenn dort geheizt wird, kann ich meine Fenster nicht öffnen,“ sagt Janine Barthel (27), deren Wohnung sich direkt gegenüber der Abriss-Häuser befindet. (ce)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige