Hamburger Verein hilft geschiedenen Vätern

Anzeige
Detlef Naumann (l.) und Fritz-Peter Kierski setzten sich für Väter ein, die den Kontakt zu ihren Kindern erhalten wollen und kämpfen für die Gleichstellung der Männer in der Familie Foto: Grell

„Blauer Weihnachtsmann“ macht auf Väter aufmerksam, die keinen Kontakt zu ihren Kindern haben

Hamburg Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit laufen verkleidete Weihnachtsmänner durch die Straßen und verschenken Süßigkeiten an die Kinder. Darunter waren in Wandsbek, zur Überraschung vieler Besucher, jetzt auch ein paar blaue Weihnachtsmänner. „Wenn Kinder Weihnachten nur mit einem Elternteil feiern dürfen, dann ist das Fest trist und kalt und dann kommt der Weihnachtsmann im blauen Gewand“, erklärt Detlef Naumann vom Verein „Blauer Weihnachtsmann“ die Aktion. Er setzt sich zusammen mit anderen Vätern für die Gleichstellung beider Elternteile ein. „Ungefähr zwei Millionen Kinder feiern auch dieses Weihnachten nur mit Mama oder Papa, weil die Eltern getrennt leben“, erklärt Naumann und da seien häufig die Väter die Leidtragenden, weil die Mutter den Kontakt zum Vater ablehne.

Diskriminierung der Männer

Detlef Naumann und Fritz-Peter Kierski sind nur zwei Mitglieder des Vereins, die sich hamburgweit mit Mahnwachen auf Weihnachtsmärkten und vor Familiengerichten gegen die Diskriminierung der Männer im Bereich der Familie stark machen. „Die Gesellschaft unterstützt die Gleichstellung der Frauen im Beruf, beim Gehalt und in der Familie und auch wir Väter wollen unsere Rechte haben“, klagt Naumann an. „Oft wird es so dargestellt“, erklärt Fritz-Peter Kierski, „als hätten Männer eben nach der Trennung auch das Interesse an den eigenen Kindern verloren.“ Das Gegenteil sei aber meist der Fall und die Möglichkeit dann auch den Kontakt zu halten, wenn die Mutter sich querstellt, absolut schwierig. Er selber habe seine Tochter mehr als drei Jahre nicht gesehen und „irgendwann findet dann von Seiten der Kinder auch eine Entfremdung statt“, so Kierski. Um den Umgang zwischen Vätern und Kindern auch nach der Trennung der Eltern sicherzustellen, wollen die Mitglieder des Blauen Weihnachtsmanns Väter dazu motivieren, gemeinsam gegen Benachteiligung der Männer im Rahmen des Sorgerechts mit ihren Kindern zu kämpfen.

Gleichstellung von Mann und Frau

„Wir wollen nicht nur die Geldgeber sein, an der Erziehung unserer Kinder aber nicht teilhaben dürfen“, betont Naumann. Verschiedene Konzepte, wie auch die Doppelresidenz, seien zwar in den vergangenen Jahren angeschoben worden, in der Gesellschaft aber immer noch nicht anerkannt. „Es passiert schon etwas auf politischer Ebene, aber immer noch nicht genug“, so Naumann. „Wir fordern eine komplette Gleichstellung von Mann und Frau in der Familie, bei der Kinderbetreuung, im Umgangsrecht und beim Sorgerecht.“ Der Verein unterstützt auch andere Väter die den Kontakt zu den Kindern nach der Trennung halten wollen. Jeder, der hier Hilfe braucht und sich austauschen möchte, kann sich beim Verein melden. (kg)

Weitere Infos: Blauer Weihnachtsmann, E-Mail: kontakt@Blauer-Weihnachtsmann.org, Telefon 76 75 3140
Anzeige
Anzeige
2 Kommentare
1.364
Elke Noack aus Rahlstedt | 13.12.2016 | 19:44  
1.364
Elke Noack aus Rahlstedt | 13.12.2016 | 19:52  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige