Hamburgs älteste Konditorei steht in Barmbek

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Konditormeisterin Rose-Marie Patzer-Weber (links) und ihre langjährige Mitarbeiterin Heike Köhn, Christiane Schüddekopf (Sternenbrücke, Mitte) Foto: rh

Konditormeisterin verkauft Baisers zugunsten von Sternenbrücke

Von Ruth Heume
Barmbek
Sie sah im Fernsehen einen Bericht über das Kinder-Hospiz Sternenbrücke und dachte spontan: „Was haben wir es gut!“ Die 78-jährige Konditormeisterin Rose-Marie Patzer-Weber war nie krank und steht bis heute jeden Tag in der Backstube. Sie betreibt in Barmbek Hamburgs älteste Konditorei. Die Konditorei Weber besteht seit mehr als 80 Jahren und ist vor allem für ihre Baisers bekannt. Die wurden nun in der vergangenen Woche für einen guten Zweck verkauft. Kinder und Hunde liegen der gebürtigen Hamburgerin ganz besonders am Herzen. Nicht nur ihre drei eigenen Vierbeiner – König, Kaiser und Keks – schätzen die hauseigenen Leberwurstkekse. Für Kinder wollte sie nun mit ihrer Spendenaktion etwas tun. Gesagt, getan. Es wurden zusätzliche Baisers gebacken, in Tüten verpackt und mit Aufklebern der Sternenbrücke versehen. „Die brauchen die Werbung viel nötiger als wir“, sagt die Konditormeisterin, die keinen großen Rummel um ihre eigene Person mag. In ihrem Ladenlokal an der Hellbrookstraße hängen weder Urkunden noch Medaillen, auch wenn sie davon schon einige verdient hat. Zum Glück spielte das Wetter mit, so konnte draußen vor dem Laden ein Tisch aufgebaut werden. Es ging wohl kaum ein Passant vorbei, ohne für einen Euro eine Tüte der süßen Schaumzuckerware zu erwerben. Dabei wanderten auch einige zusätzliche Euros in die Spendendosen. Besonders freute sich Frau Patzer-Weber über einen „Hamburger Jung“, der sein ganzes gesammeltes Kleingeld in einer Dose vorbeibrachte. „Das müssen Sie unbedingt schreiben!“ Der gestandene Mann aus der Nachbarschaft hatte auf Facebook von der Aktion gelesen. Das Kleingeld habe er sonst immer beim Marathon gespendet, an dem er aber in diesem Jahr aus gesundheitlichen Gründen nicht habe teilnehmen können.

Hospiz auf Spenden angewiesen


Begeistert war auch Sternenbrücke-Pressesprecherin Christiane Schüddekopf, die sich vor Ort ein Bild von der Verkaufsaktion machte. Sie erläutert, warum das Kinder-Hospiz auf Spenden so dringend angewiesen ist. „Wir begleiten Kinder und ihre Familien häufig über Jahre. Dabei sind uns auch die Geschwisterkinder ganz wichtig.“ Es geht um viel mehr als die ärztliche Versorgung der schwerst pflegebedürftigen Kinder, die häufig an Stoffwechsel- oder Muskelerkrankungen leiden. „Wir fragen uns jeden Morgen, was können wir tun, damit heute ein schöner Tag wird“, beschreibt Christiane Schüddekopf. Vielfältige Angebote wie das Therapiebad, die Malwerkstatt und die Musiktherapie stehen zur Verfügung. Diese Arbeit ist sehr personalintensiv, entsprechend hoch sind die Kosten. Über den Betrag von 629,68 Euro, von der Konditorei Weber freut sie sich daher sehr.
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