„Hotel Mama“ endet tödlich

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Foto: Thingstock

45-jähriger Barmbeker ist wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt

Hamburg. Sein ganzes Leben lang wohnte Marek H. (45) in der „Pension Mama“ an der Lämmersieth in Barmbek. Jetzt hat er die Unterkunft zwangsläufig gewechselt. Er sitzt im Untersuchungsgefängnis, soll die Schuld tragen am Tod seiner Mutter Irene (88).
Mit seinen Fäusten soll er am 20. Dezember vergangenen Jahres im Suff kräftig auf seine Mutter eingeschlagen haben.
Zuvor soll sie seiner Bekannten Manuela W., die den betrunkenen Sohn nach Hause brachte, den Eintritt in die Wohnung verweigert haben. Vor dem Hamburger Landgericht begann jetzt der Prozess gegen den Sohn der Verstorbenen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Körperverletzung mit Todesfolge vor.
Bei der Tat könnte sich die Wut des Sohnes auf seine Mutter entladen haben, weil sie ihm niemals Damenbesuche auf seinem Zimmer erlaubt hatte. Überhaupt hatte sie in ihrer Wohnung ein recht strenges Regiment geführt. Pünktlich musste Marek H. immer zu den Mahlzeiten zu Hause erscheinen. Die Versuche des Sohnes, die alte Dame, die nicht ohne einen Rollator unterwegs sein konnte, in ein Heim abzuschieben, waren immer wieder gescheitert.
Am Tattag hatte der Angeklagte das Mittagessen verpasst, weil er mit Freunden in einer Kneipe am Alten Teichweg mehrere Biere und „Küstennebel“ getrunken hatte. Seine Bekannte Manuela W. brachte ihn am Nachmittag nach Hause.
Als die Mutter über seinen Zustand meckerte und seiner Bekannten den Zutritt in die Wohnung verbat, soll er sie mit Faustschlägen traktiert haben, so dass Irene H. zunächst auf ihren Rollator und schließlich zu Boden stürzte, wo der Angeklagte sie anschließend noch würgte. Die 88-jährige Frau erlitt durch den Sturz eine offene Oberarmfraktur sowie eine Beckenfraktur. Sie wurde in ein Krankenhaus verbracht, wo sie am 1. Januar nach der erforderlichen Operation des Oberarmbruches auf der Intensivstation an Herz-Kreislaufversagen verstarb.
Vor Gericht erklärte der Angeklagte: „Ich bin erschüttert, dass ich den Tod meiner Mutter verschuldet haben soll.“ Bei der Polizei hatte er zuvor versucht, sich herauszureden und erklärt: „Ich bin Epileptiker. Vielleicht bin ich auf meine Mutter gestürzt.“ Der Prozess wird fortgesetzt. Urteil wird voraussichtlich am
6. Oktober gesprochen. (je)
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