Kein Richtig – kein Falsch

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Die Kinder der Klasse 6b proben ihre Choreografie „Pappmaché“, die sie bald einem großen Publikum präsentieren. Foto: Lublow

„Step by Step“: Barmbeker Kinder tanzen gegen Grenzen

Barmbek. „Grenzen“ ist das Thema des aktuellen Tanzprojekts „Step by Step“, an dem im Schulljahr 2011/12 fünf weiterführende Schulen in Hamburg teilnehmen. Auch die Stadtteilschule Barmbek tanzt seit einem Jahr mit zwei sechsten Klassen mit. Ein Schuljahr lang erhielten die 42 Kinder wöchentlich professionellen Unterricht in zeitgenössischem Tanz. Ihr Lehrer ist der Tanzpädagoge und Choreograf Tyll Wibben. Bis zur Abschlussaufführung am 15. Juni im Ernst Deutsch Theater ist nicht mehr viel Zeit. Die Klasse 6b hat gemeinsam mit dem Tanzlehrer eine zehnminütige Choreografie mit dem Namen „Pappmaché“ entwickelt. Es geht um Grenzüberschreitungen. In unterschiedlichen Sequenzen zeigen die 20 jungen Tänzerinnen und Tänzer verschiedene Arten von Grenzen. Einige davon mussten die Kinder auch während des Unterrichts überschreiten. „Anfangs wollten die Jungs nicht mit den Mädchen zusammen tanzen“, erzählt Tyll Wibben. Auch Grüppchenbildungen mussten überwunden werden, um am Ende als Team zu tanzen. „Es gab immer mal Reibereien, aber wir haben uns zusammengerauft“, erzählt der Tanzlehrer.
Nach einigen Aufwärmübungen wird der Tanz geprobt. Die meisten Schritte und Bewegungen sitzen schon. Papierflugzeuge und Papierkugeln gehören zur Performance. „Wir sind viel über Improvisation an das Stück herangegangen“, so Wibben, der sich über die Fortschritte seiner Schüler freut. „Sie haben eine Menge gelernt. Über das Tanzen können sie ihre Gefühle ausdrücken, was sprachlich manchmal nicht möglich ist“, erklärt er. Auch Klassenlehrerin Nadine Rieck ist begeistert von dem Tanzprojekt: „Step by Step hat die Kinder verändert, die Gemeinschaft gestärkt und gleichzeitig haben sie ihr Bewegungs-Repertoire erweitert.“ Mehr Selbstvertrauen ist ein weiterer Effekt des Tanzunterrichts. „Die Kinder trauen sich jetzt Einiges, was sie vorher nicht getan hätten“, sagt Rieck.
„Ich finde an Step by Step gut, dass man sich nicht blamieren kann. Ich habe gelernt, dass man alles versuchen kann und dass die Ideen erst einmal angehört und dann ausprobiert werden“, bestätigt die zwölfjährige Michelle. Mohammad findet es gut, kreativ zu sein und sich zu bewegen: „Und ich habe gelernt, dass es kein Richtig und kein Falsch gibt“, sagt der 13-Jährige.
Ziel des seit 2007 bestehenden Tanzprojekts ist es, den Schülern durch zeitgenössischen Tanz einen Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen und ihnen Impulse für ihre weitere Entwicklung zu geben. „Step by Step“ ist ein Projekt von conecco UG in Kooperation mit der BürgerStiftung Hamburg. (sl)

Die Abschlussaufführung ist am 15. Juni von 14.30 bis 15.30 Uhr im Ernst Deutsch Theater.
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