Keine Bäume für Hamburg-Nord

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Am Straßenrand werden Bäume in Hamburg-Nord fast ausschließlich aus Verkehrssicherheitsgründen gefällt Foto: Burmeister

Umweltausschuss lehnt von CDU geforderten Sonderfonds ab

Bezirk Hamburg-Nord. Für einen mit 100.000 Euro ausgestatteten Sonderfonds „Neue Bäume für Hamburg-Nord“ hat sich die CDU-Fraktion in der letzten Bezirksversammlung vor der Sommerpause eingesetzt. Das Geld sollte es dem Bezirksamt ermöglichen, abgängige Bäume und Gehölze am Straßenrand und in öffentlichen Grünanlagen zu ersetzen. Nachdem der Antrag zunächst zur weiteren Beratung in den Umweltausschuss überwiesen worden war, wurde er dort in der vergangenen Woche mehrheitlich abgelehnt.

„Dass die SPD Bäume
für unwichtig hält
war zu erwarten.“
Dr. Andreas Schott


Dr. Andreas Schott, Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion, ärgert sich über diese Abfuhr: „Dass die SPD Bäume für unwichtig hält war zu erwarten. Mehr als verwunderlich ist aber, dass sich die Grünen als Baumgegner outen.“ Die GRÜNEN weisen diesen Vorwurf entschieden zurück: „Wir haben das Thema im Umweltausschuss diskutiert und von der Verwaltung erfahren, dass sie im Moment mit den Nachpflanzungen ziemlich auf dem Laufenden ist“, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN, Ulrike Sparr. „Es schien uns daher nicht sinnvoll, eine so hohe Summe aus unseren knappen bezirklichen Mitteln für eine offenbar momentan nicht drängende Maßnahme bereit zu stellen.“

Finanzieller Engpass

Das Bezirksamt Hamburg-Nord bestätigte dem Hamburger WochenBlatt, dass Nachpflanzungen zur Zeit nicht an finanziellen Engpässen scheitern. Die Finanzierungslücken der letzten Jahre seien durch das das Programm „Mein Baum meine Stadt“ geschlossen worden.
Insgesamt gibt es in Hamburg-Nord rund 33.000 Straßenbäume. Fällungen erfolgen fast ausschließlich aus Verkehrssicherungsgründen. Sofern es der Standort zulässt, werden abgängige Straßenbäume ersetzt.
In Parkanlagen und Naturschutzgebieten sind Nachpflanzungen jedoch nicht immer sinnvoll. So kann es bei zu engen Beständen dazu kommen, dass sich Gehölze gegenseitig Konkurrenz machen und
eine Entwicklung entsprechend dem natürlichen Habitus nicht mehr möglich ist. Bei der Neuplanung von Wohnquartieren werden Baumpflanzungen in Grünanlagen, auf Kinderspielplätzen und am Straßrand geplant. Darüber hinaus werden regelmäßig auch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen geplant und ausgeführt. (bb)
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