Kinder laufen für Indien

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Total motiviert sind die Mädchen und Jungen: Sie erlaufen Spenden für Kinder in Kalkutta Foto: Ist

Grundschüler „An der Seebek“ helfen Mädchen in Kalkutta

Bramfeld Kinder laufen was das Zeug hält, Eltern feuern an und Lehrer stempeln Zettel ab. Im Park an der Fabriciusstraße schwitzten am vorigen Donnerstag schon zum 16. Mal 19 Klassen für Mädchen in Kalkutta. Sie sind Teil eines „Spendenlaufs“, bei dem Geld für ein soziales Projekt erlaufen wird.
Jedes Kind der Grundschule „An der Seebek“ kümmert sich vor dem Lauf um Sponsoren. Häufig sind es die Eltern, aber auch Freunde, Verwandte und kleinere Läden unterstützen die fleißigen Schüler. Pro erlaufene Runde um den Park bekommen die Kinder 25 Cent von ihren Sponsoren; je mehr Runden und Sponsoren die Schüler haben, desto mehr Geld können sie einnehmen.
Die Einnahmen kommen einem Straßenkinderheim in Kalkutta zugute, in dem 48 Mädchen ein Dach über dem Kopf bekommen, regelmäßig warm essen können und zur Schule gehen. Die Stadt besitzt nach Mumbai die höchste Bevölkerungsdichte, Schätzungen zufolge leben rund 30 Millionen Menschen im Ballungsraum Kalkutta. Mehr als zwei Drittel der Einwohner leben in Slums. Mädchen werden missbraucht oder prostituieren sich.
Das Straßenkinderheim kann vor allem durch die Spenden der Schule manchen Mädchen eine Zukunft geben. Und die Spenden sind nicht gering. In den letzten 15 „Spendenläufen“, die alle zwei Jahre stattfinden, haben die Grundschüler insgesamt 150.000 Euro eingenommen, 10.000 davon beim letzten Mal. So konnte erst vor kurzem ein neues Steinhaus für das Heim finanziert werden und auch Lernmittel wie Bücher, Tafeln und Computer wurden ermöglicht.

Besuch aus Kalkutta


Die Lehrer rechnen auch diesmal mit 5.000 bis 6.000 erlaufenen Kilometern. Der Spendenlauf ist dabei eine hervorragende Möglichkeit neben Geldsammeln, auch öffentlich auf das soziale Projekt in Indien aufmerksam zu machen. „Durch die Sponsoren baut sich jedes Kind ein Netzwerk auf, das sich dann durch den Spendenlauf mit den Mädchen in Kalkutta beschäftigt. Plötzlich sind es dann nicht nur 385 Schulkinder, sondern um die 1.000 Leute“, weiß Organisatorin Sabine Birr (58), die als erste Vorsitzende beim Schulverein tätig ist. Wofür die Kinder laufen, wissen sie ganz genau. Das Thema wird regelmäßig in den Unterricht mit eingebunden. 2011 kam sogar die Leiterin des Straßenkinderheims – die katholische Nonne Molly - nach Hamburg und besuchte die Grundschule.
„Es ist großartig. Die Kinder sind motiviert und geben alles. Sie wissen: mit meiner Leistung unterstütze ich andere. Zusätzlich bewegen sie sich und sind an der frischen Luft“ , freut sich der stellvertretende Schulleiter Uwe Westerhof (50). Die gemeinnützige Organisation „German Doctors e.V.“ hilft ihnen dabei. Sie organisieren den Geldtransfer und Kontakt zwischen der Grundschule „An der Seebek“ und dem Straßenkinderheim in Kalkutta. Am 3. Juli wird es wieder die symbolische Übergabe eines Schecks an die Organisation geben. Dann ist auch sicher wieviel dieses Mal eingenommen wurde. (lst)
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