Kirche lässt Haus in Hamburg verrotten

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Marode und von Schimmel befallen sind die Gebäude am Biedermannplatz 13/15, das dem Kirchenkreis Hamburg-Ost gehört Foto: Flüß

Seit sieben Jahren stehen zwei Pastoratswohnungen leer

Von Miriam Flüß
Hamburg. Seit sieben Jahren stehen am Biedermannplatz 13 / 15 auf insgesamt 301 Quadratmetern Wohnfläche zwei ehemalige Pastorate des Evangelisch-Lutherischen Kirchen-Kreises Hamburg Ost leer. Dem Bezirksamt Hamburg-Nord ist der Leerstand bekannt, wie aus der Antwort auf eine kleine Anfrage der SPD-Fraktion aus dem Oktober 2011 hervor geht. In der aktuellen Auflistung der Leerstände in Hamburg-Nord vom 28. Januar 2014 wird die Adresse Biedermannplatz 13/15 jedoch nicht aufgeführt. Das Bezirksamt Hamburg Nord bestätigt auf Anfrage, dass die Wohnraumschutzabteilung nicht mit dem Vorgang befasst sei. Anwohner wunderten sich (und machten die Redaktion darauf aufmerksam), warum ausgerechnet die Kirche Wohnraum leer stehen lässt, während dieser dringend benötigt wird – auch als Zwischenunterkunft für Flüchtlinge oder Wohnungslose. Als die Anzahl von 470 leerstehenden Wohnungen im Bezirk Nord publik gemacht wurde, begrüßten alle Parteien diese Art der Nutzung fraktionsübergreifend (das Wochenblatt berichtete).
Rückblick in Sachen Kirchenimmobilie Biedermannplatz 13/15: „2008 hatte das Bezirksamt eine Abbruch- und Zweckentfremdungsgenehmigung erteilt mit der Maßgabe, dass neuer Wohnraum geschaffen werden soll“, heißt es in der Beantwortung des Bezirksamtes Hamburg-Nord im Oktober 2011 auf die kleine Anfrage. Eine ebenfalls erteilte Baugenehmigung für eine wohnungsähnliche Nutzung durch die Evangelische Stiftung Alsterdorf sei nicht in Anspruch genommen worden, der Grundstückseigentümer beabsichtige nun, reine Wohneinheiten zu schaffen.

Architektenwettbewerb „liegt zurzeit auf Eis“

Der damalige Bezirksamtsleiter Wolfgang Kopitzsch gab weiterhin an, mit dem Bauherrn in Kontakt zu stehen und die Abbruchgenehmigung bis Ende Januar 2012 verlängert zu haben. Klarheit in die Zukunft des Gebäudes kann der Kirchenkreis Hamburg-Ost auch mehr als zwei Jahre später nicht bringen: „Für den Kirchenkreis ist es wichtig, in diesem Jahr eine langfristige Lösung für die Nutzung zu finden. Dabei muss der Denkmalschutz der Bugenhagenkirche, die in direkter Nachbarschaft steht, ebenso mit bedacht werden, wie auch eine kirchennahe Nutzung. Denn die ist Bedingung der Stadt als Eigentümerin des Grundes, auf dem die Kirche steht“, so antwortet Wolfgang Främke, Pressesprecher des Kirchenkreises Hamburg Ost, jetzt auf die Wochenblatt-Anfrage. Främke weist darauf hin, dass es in den vergangenen vier Jahren Planungen zur Nutzung durch Dritte gegeben hätte, ein bereits durchgeführter Architektenwettbewerb läge zurzeit auf Eis.
„Der Zustand des Gebäudes lässt keine Zwischennutzung zu, da die Häuser über keine eigene Heizanlage verfügen, die Haustechnik marode ist und starke Feuchteschäden mit Schimmelbildung im Mauerwerk vorhanden sind.“ Noch in diesem Jahr solle aber nach einer Lösung gesucht werden, versichert Wolfgang Främke.
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