Kleiner Bramfelder See in Hamburg verschlammt

Anzeige
Der kleine Bramfelder See ist Heimat von vielen Tieren Fotos: Grewe

Ist Absenken des Wasserspiegels der Grund?

Von Elke Grewe
Hamburg. Er ist die Heimat für Gänse, Enten, Haubentaucher, Teichhühner, Eisvogel, Fledermaus und viele Tiere mehr: der „Alte Teich“ in Bramfeld, von den Anwohnern auch „kleiner Bramfelder See“ genannt. Nur zirka einen Kilometer vom großen Bramfelder See entfernt, ist er ein echtes Naturidyll. Gleich am Ende der Fritz-Reuter-Straße, an der Gabelung zur Anderheitsallee, beginnt ein herrliches Naherholungsgebiet mit altem Baumbestand – ideal für Spaziergänge.
Jetzt sehen Umweltschützer diese Idylle in Gefahr: Der See verschlammt. Dazu Michael Kasch, 2. Vorsitzender des Nabu Hamburg: „Die Wasserwirtschaft des Bezirksamtes Wandsbek hat den Wasserspiegel des Sees um 20 bis 30 Zentimeter abgesenkt. Grund hierfür ist, dass die Behörden Überschwemmungen in weiterführenden Gewässern wie Seebek und Osterbek befürchten, die hin zur Alster und schließlich in die Elbe führen. Für den See allerdings ist das dramatisch: Er  trocknet aus. An warmen Tagen kann man trockenen Fußes auf die kleine Insel gehen.“ Für die Vögel hat dies zur Folge, dass sie ihren Lebensraum verlieren. Gerade noch hat ein Teichhuhn ein Junges bekommen, das Brüten ist in Gefahr. Denn der See kippt um, hat zu wenig Sauerstoff. Naturschützer und die Bramfelder Anwohner wie Dirk Ludewig fordern deshalb, dass der Wasserspiegel des etwa drei Hektar großen Sees wieder etwas angehoben wird.

Streit um Absenkung des Wasserspiegels

„Richtig ist, dass das Gewässer in Teilen verschlammt - das ist eine natürliche und durch menschliches Zutun verstärkte Tendenz aller stehenden Gewässer. Der Wasserspiegel wurde vor einigen Jahren um 15 Zentimeter auf das früher vorhanden Niveau abgesenkt“, so Ulricke Nowicki aus dem Bezirksamt Wandsbek. An ein Anheben des Wasserspiegels ist aber nicht gedacht. Durch andere Maßnahmen, wie Anpflanzungen, soll die Wasserqualität verbessert werden. „Ein vollgefüllter Stauteich hat keine Aufnahmekapazität, um bei größeren Regenereignissen die Hochwasserwelle zu kappen“, so Nowicki.
„Die Stauhöhe wurde in jedem Fall ungefähr 20 bis 30 Zentimeter abgesenkt. Blumen, wie die Schwertlilie, die direkt am Ufer blühen, stehen nun im Trockenen“, kontert Dirk Ludewig. Das Absenken des Wasserspiegels alleine wäre aber auch nicht das Problem, meint er. Vielmehr müsste des Absenken des Sees mit einer Seesanierung und unbedingt mit dem Ausbaggern der eingetragenen Sedimente einhergehen. Dirk Ludewig: „Von den Sielen wird der Schlamm der Straßen, von den umstehenden Bäumen das Laub in den See eingetragen. Der See verlandet.“

Entschlammung kostet bis zu eine Million Euro

In gewisser Weise ein natürlicher, in der von Menschenhand geprägten Stadtnatur ein eher ungewollter Prozess, der in der Natur im Übrigen Jahrhunderte und Jahrtausende andauert. Ludewig gibt außerdem zu bedenken: „Das Entschlammen des Sees würde eine halbe Million bis eine Million Euro Kosten. Natürlich möchte die Stadt diese Ausgaben sparen.“
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige