Kommt doch (auf) die Wiese...

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Andreas Lübbers ist hoffnungsfroh: Wenn es nach ihm ginge, könnte schon Ende 2014 die ehemalige Theaterfabrik zur kulturellen Spielwiese werden. Foto: Barth

Leerstehende „Theaterfabrik“ soll zum theatralen Produktions- und Bildungszentrum WIESE werden

Barmbek. Andreas Lübbers wirkt optimistisch. Der Chef von Hamburgs größtem Off-Theater, dem Sprechwerk und außerdem Vorstandsmitglied des Dachverbands Freier Theaterschaffender Hamburg e. V., hat aus seiner Sicht durchaus Grund dazu: „Vielleicht geht es Ende 2014 mit der WIESE – dem theatralen Produktions- und Bildungszentrum – los.“ Ende März war er gemeinsam mit Architekten der Sprinkenhof AG (SpriAG) in der leerstehenden Theaterfabrik am Wiesendamm 24 auf Besichtigungstour.
„Der Umbau nach unseren Vorstellungen ist machbar“, freut sich Lübbers. Jetzt müssten die Kosten errechnet werden, danach könne es ans „Einwerben“ verschiedener finanzieller Mittel gehen, erklärt Andreas Lübbers hoffnungsfroh.
Die 1.300 Quadratmeter große Fabrikhalle, die von 2006 bis 2007 unter Leitung von Nina Petri, Christian Reichelt und Nils-Daniel Finckh als „Theaterfabrik“ genutzt wurde, ist derzeit in drei Säle eingeteilt. Damals wurde die Halle in einen 400 Zuschauer fassenden Theatersaal, Foyer, Künstlergarderoben, Werkstätten, Lagerräume, Zuschauerlounge und sanitäre Anlagen umgebaut.
Die Theaterfabrik-Betreiber scheiterten damals kläglich – mangels tragfähigem wirtschaftlichen Konzept. Das will die Initiative WIESE – ein Zusammenschluss von zehn Vereinen und Firmen aus dem Bereich Tanz und Theater unterm Dachverband der freien Theaterschaffenden – besser machen.
Gute Vorraussetzung ist zum einen der Bürgerschaftsbeschluss von 2009, dass die Räumlichkeiten der ehemaligen Theaterfabrik wieder einer kulturellen Nutzung für ein breites Publikum zugänglich gemacht werden sollen sowie die Mietvertragsinhalte von Seiten der Eigentümerin Sprinkenhof AG so zu gestalten seien, dass eine kulturelle Nutzung möglich ist.
Zum anderen plant die WIESE ein so genanntes Genossenschafts-Modell. „Wir gründen eine Kultur-Genossenschaft WIESE“, sagt Andreas Lübbers. Deren Aufgaben bestünden in der gesamten Miet-Organisation. Ein großer Vorteil dieses Genossenschaft-Modells sei beispielsweise auch, dass sämtliche Gewinne aus Nutzungen direkt an alle Genossen zurückfließen würden, was erhebliche Kostenersparnisse zur Folge hätte.
Henning Tants, Vorstandssprecher der SpriAG, bestätigt den Stand der Dinge hinsichtlich der gemeinsam erarbeiteten Machbarkeitsstudie, an der auch die Hamburg Kreativ Gesellschaft Anteil hat. Allerdings mahnt Tants zur Geduld, denn er vermute, dass der Umbau nach Vorstellungen der WIESE – zum Beispiel 17 Probenräume, Schwingböden, Spiegelwände, Bistro und Außengastronomie und der Einzug einer weiteren Etage – Kosten in Millionenhöhe verursache: „Da müssen wirklich alle Parameter stimmen. Das fängt ja schon beim Brandschutz an“, bemerkt Henning Tants. Grundsätzlich sei die SpriAG positiv gestimmt, aber durch die Pleite der „Theaterfabrik“ auch vorgewarnt und daher entsprechend sensibilisiert. Die Barmbeker Kulturschaffenden betrachten die Initiative für eine Ansiedlung von zehn freien Gruppen und Schulen am Wiesendamm „insgesamt ganz wohlwollend“, wie Sonja Engler von der Zinnschmelze stellvertretend bestätigt. „Wir erhoffen uns eine kulturelle Ergänzung, vielleicht auch gegenseitige Befruchtung.“ Klar sei: So ein großes Kultur-Projekt hier in Barmbek hätte eine enorme kulturelle Strahlkraft, von der letztlich alle profitieren könnten. (ba)
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