Maike aus Hamburg hilft in der Ferne

Anzeige
Maike Lüssenhop verbringt ihr freiwilliges soziales Jahr in Bangladesch Foto: ga

Studentin aus Barmbek geht für ein Jahr nach Bangladesch

Von Gudrun Athing
Hamburg. „Schauen Sie doch einmal auf die Etiketten Ihrer Kleidungsstücke“, sagt Maike Lüssenhop (26), „Viele der Textilien, die wir hier in Europa tragen, werden in Bangladesch hergestellt. Obwohl das Land so weit weg ist, kommen wir dauernd damit in Berührung.“ Bald wird die Barmbekerin, die vor Kurzem ihr Lehramtsstudium erfolgreich abgeschlossen hat, ein freiwilliges soziales Jahr in dem asiatischen Land beginnen. Organisiert wird ihr Einsatz vom Verein Netz e. V., der gegen den Hunger und für mehr Bildung in dem Land kämpft.
Maike Lüssenhop ist bald an vorderster Front. Im Rahmen des Projektes „Ein Leben lang genug Reis“ fährt sie weit in den Norden des Landes. „Ich werde im Gaibanda Distrikt eingesetzt“, berichtet sie. „Das liegt am Fluss Brahmaputra“. Netz e.V. arbeitet dort mit Partnerorganisationen aus Bangladesch zusammen. Einheimische Lehrer unterrichten Kinder von sechs bis zehn Jahren für vier Jahre in einer gemeinsamen Schule. Fast alle schaffen ihren Grundschulabschluss und viele gehen danach auf eine weiterführende Schule. „An staatlichen Schulen schafft gerade einmal die Hälfte der Kinder die Abschlussprüfung“, sagt Lüssenhop. Das liegt nicht nur an den oft weiten Schulwegen und der weit verbreiteten Kinderarbeit, sondern auch an den Lehrern. Diese werden so schlecht bezahlt, dass sie oft besserbezahlten Privatunterricht geben und der Schule fernbleiben oder Verwandte als Vertretung schicken. Bei den Partnerorganisationen von „Netz“ werden die Lehrer fair und ausreichend bezahlt, verspricht der Verein. Erklärtes Ziel des Projekts aus Wetzlar ist aber auch „die Menschenrechtsarbeit, die Unterstützung des friedlichen Miteinanders und der gewaltfreien Lösung von Konflikten“. Die Mitsprache von Frauen und indigenen Minderheiten stehe genauso im Vordergrund wie das Zusammenleben von Muslimen, Christen, Hindus und Buddhisten.
Maike Lüssenhop geht nicht alleine nach Bangladesch, mit ihr reisen fünf weitere junge Leute. An ihren Projektstandort wird die Barmbekerin alleine weiterreisen. „Mich erwartet dort ein eigenes Zimmer mit Bad. Seine drei Mahlzeiten bekommt man in der Kantine. Und auf den Markt geht es in den ersten Monaten nur mit Begleitung“, beantwortet sie lachend die Fragen nach Unterkunft und Sicherheit. Bisher sei in all den Jahren der Arbeit über „Netz“ noch niemandem etwas passiert. „Nur mit der Kleidung muss ich mich anpassen - mit Shorts und Top ist es dann vorbei.“ In dem muslimischen Land wird sie lange Röcke und Blusen tragen. „Vor Ort gibt es aber sehr schöne Saris, darauf freue ich mich schon.“

Informationen: Maike Lüssenhop http://maike-in-der-weite.jimdo.com
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige