Neue Musikschulplätze

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Das denkmalgeschützte Haus Flachsland (Baujahr 1964) wird zu Barmbeks Musik- und Kulturzentrum. Das Hamburger Puppentheater kann in seinen Räumen bleibenFoto: wb

Konservatorium zieht ins Haus Flachsland. Betrieb ab August

Von Misha Leuschen
Barmbek. Wo jetzt im Haus der Jugend am Flachsland noch Tristesse herrscht, wird bald wieder buntes kulturelles Leben ein Zuhause haben. Ab Ende August soll hier neben dem Hamburger Puppentheater das Hamburger Konservatorium ein breites musikalisches und kulturelles Angebot bereithalten. 350.000 Euro sollen Sanierung und Umbau des als Denkmal erkannten Gebäudes von 1964 kosten, weitere 150.000 Euro werden in das neu anzuschaffende Instrumentarium investiert. Damit sollen 500 neue Musikschulplätze entstehen – für alle Musikstile und -instrumente und für alle Altersklassen, in Einzelunterricht, in Bands, Gruppen, Orchestern und Chören.
Das Hamburger Konservatorium, das 2008 sein 100-jähriges Bestehen feierte, hat seinen Sitz mit 2.300 Plätzen in Sülldorf; über das Programm „Jedem Kind ein Instrument“, das 4.500 Hamburger Schüler erreicht, ist es bereits in Barmbek vertreten.
Bezirksamtsleiter Harald Rösler freut sich besonders darüber, dass nun „das Haus der Jugend zum Haus der Kultur für alle Generationen“ wird, das passe gut zu Barmbek und der boomenden Stadtteilentwicklung. „Das Museum der Arbeit ist der kulturelle Mittelpunkt Barmbeks“, erklärt er. „Die Musik ist eine wichtige Standortbereicherung, die uns fehlt.“ Das Engagement des Hamburger Konservatoriums macht es auch möglich, dass das von Schließung bedrohte Puppentheater weiter arbeiten kann. „Wir setzen auf Synergieeffekte“, sagt Markus Menke, Direktor des Hamburger Konservatoriums. So werde man das 99 Plätze bietende Puppentheater ebenfalls mitnutzen, auch Seminarräume werde man teilen. „Auch die Skater sollen bleiben“, versichert er.
Auch die Finanzierung des Betriebs stehe auf sicheren Füßen. „Wir arbeiten mit einer über 80-prozentigen Kostendeckung“, sagt er. Die Kursgebühr liegt bei einer Summe ab 20 Euro pro Monat, wobei 10 Euro des Bildungsgutscheins angerechnet werden können. Instrumente können gegen Kaution kostenfrei ausgeliehen werden. Bei Neuanmeldungen gibt es drei Monate lang eine 30-prozentige Ermäßigung, eine Sozialermäßigung bis zu 24 Prozent ist ebenfalls möglich. Und wenn es hart auf hart komme, dann gebe es noch die Möglichkeit einer Patenschaft, die die Kosten übernehme. „Unsere Maxime ist: Kein Kind soll aus finanziellen Gründen nicht musizieren können,“ sagt Markus Menke.
Er freut sich darauf, im August einen Probebetrieb anbieten zu können, bei dem an vielen Tagen Instrumente und Unterricht kostenlos ausprobiert können. Schon Kinder ab sechs Monate könnten ihr Gefühl für Rhythmus testen. „Wir fühlen uns hier sehr willkommen.“
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