Neue Töne in einer Berufsschule in Hamburg

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Lassen sich die Berufsschüler auf das Experiment „Klassik-Musik“ ein? Die kreativen Ergebnisse der angehenden Tischler, Maler, Raumausstatter und Schneider überraschenFotos: Jörg Meyer/wb

Streicher-Ensemble Resonanz bringt angehenden Handwerkern klassische Musik nahe

Von Christina Busse
Hamburg. Das sind ganz neue Töne im Klassenzimmer: Klassik trifft Handwerk. Wie reagieren junge Berufsschüler auf klassische Musik live im Klassenraum? Lässt sich die „Rock-Pop-Internet“-Generation auf die Zusammenarbeit mit einem professionellen Streichorchester ein? Mit einem ungewöhnlichen Projekt gehen die Musiker des Ensembles Resonanz und die Berufsschule Holz, Farbe und Textil das Experiment ein.
Ein Schuljahr lang bringen die 18 Musiker an ungewöhnlichen Orten ihre Instrumente zum Klingen: Statt wie üblich in großen Konzertsälen, stimmen sie ihre Stücke in Turnhalle, Werkstatt und Caféteria der Barmbeker Berufsschule Gsechs an. Für die angehenden Maler, Tischler, Raumausstatter und Schneider, Fachschüler und Fachoberschüler sind das oft ganz neue Töne.
Nicoletta Gahleitner, Lehrerin an der Fachoberschule für Gestaltung und Bekleidung, berichtet: „Für beide Seiten bringt die Zusammenarbeit Neues: Die Schüler erleben eine Art der Musik, mit der sie sonst kaum in Berührung kommen. Im Gegenzug lernen die Musiker die Meinung der jungen Menschen dazu kennen. So erhalten sie selbst einen bereichernden Zugang zu ihrer Arbeit.“
Spannend sind die gemeinsamen Gespräche und Workshops, die im Anschluss an die insgesamt sechs Konzerte zusammen mit Ensemblemitgliedern und einer Musikpädagogin stattfinden. „Die Schüler wollen zum Beispiel wissen, wie es ist, Berufsmusiker zu sein, wonach die Stücke ausgewählt werden, ob es im Orchester eine Sitzordnung gibt…“
Manche nehmen zum ersten Mal im Leben ein Musikinstrument in die Hand“, erzählt die Lehrerin. Der Dialog mit den Orchester-Mitgliedern eröffnet den insgesamt rund 150 jugendlichen Schülern einen neuen kreativen Zugang zu ihrer Tätigkeit. In ihren jeweiligen Berufsabteilungen entwickeln sie zu den unterschiedlichen Workshop-Themen Entwürfe, die sie anschließend öffentlich in der Laeiszhalle und an ihrer Schule präsentieren.

Ausstellung in der Schule

Aktuell haben sich die Fachoberschüler Raum- und Objektgestaltung sowie Bekleidung mit der Frage „Was verstehen Sie unter Heimat?“ auseinander gesetzt. Inspiriert durch die Aufführung des Stückes „Heimatwaise“ des Komponisten John Adams haben sie im Spannungsfeld zwischen Musik, Mode und Rauminstallation ungewöhnliche Ideen entwickelt und umgesetzt, die noch bis Ende Februar in der Beruflichen Schule G 6, Richardstraße 1, besichtigt werden können.
„Die Kooperation zwischen Berufsschule und Berufsmusikern gibt beiden Seiten einen großen Anschub“, ist Nicoletta Gahleitner überzeugt.
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