Neue Unterkunft für Zuwanderer

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Die bürgernahen Beamten Stefan Sorge und Axel Meyer mit f&w-Bereichsleiter Till Kobusch (v.l.) Foto: Haas

Infoveranstaltung: Ab 2016 werden 116 Menschen an der Heinrich-Hertz-Straße untergebracht

Barmbek-Süd Eine neue Wohnunterkuft für 116 Zuwanderer und wohnungslose Menschen wird in der Heinrich-Hertz-Straße 125, Ecke Humboldstraße voraussichtlich im Januar 2016 bezugsfertig. Das erfuhren Anwohner bei einer Info-Veranstaltung des Bezirksamtes Nord am vergangenen Donnerstag. Ab August wird das viergeschossige Bürogebäude aus den 1970er Jahren vollständig umgebaut. Auf 1.700 Quadratmetern entstehen 58 Doppelzimmer, auf jeder Etage sind Gemeinschaftsräume und Spielzimmer für Kinder vorgesehen. In die Unterkunft sollen 40 Prozent Familien und 60 Prozent alleinstehende Menschen einziehen.

„Dramatische Situation“


„Bis zum Jahresende brauchen wir in Hamburg zusätzlich 5.000 Unterbringungsplätze“, erklärte Bezirksamtsleiter Harald Rösler. „Wir haben eine dramatische Situation wegen fehlender Plätze für Neuankömmlinge, ebenso für diejenigen, die nach geprüftem Status ein Anrecht auf eine Wohnung haben“, erklärte Till Kobusch. Der Bereichsleiter bei Fördern & Wohnen (f&w) ist zuständig für die Regelunterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen. Kobusch begrüßte die von Referenten der Behörde für Soziales, Familie und Integration (BASFI) präsentierten Pläne der Unterkunft an der Heinrich-Hertz-Straße. Sie erlaube eine „Mischbelegung“ für alleinstehende Flüchtlinge wie für Familien und Obdachlose, dieser Mix sei erfahrungsgemäß gut geeignet zur Wahrung des sozialen Friedens. „Es kommen Menschen wie du und ich, die sich über Geborgenheit und Privatsphäre freuen“, bekräftigte Kobusch. Zudem begrüßte Kobusch die Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Unterstützern, wie sie anderenorts bereits von der Initiative „Welcome to Barmbek“ angelaufen sei.

„Wir passen auf“


Auf Fragen aus dem Publikum waren die Referenten gut vorbereitet. So kam etwa der Hinweis auf zwei benachbarte Bordelle, die den Argwohn von Anwohnern erregen. Prostitution sei aber gewerberechtlich nicht verboten und den Bordellbetreibern sei an Konflikten nicht gelegen, antworteten Polizeihauptkommissar Jürgen Erd und seine Kollegen, Stefan Sorge und Axel Meyer. Bislang gäbe es dazu „keinerlei „Vorkommnisse“, erklärte Erd, doch: „Wenn’s aber brennt: Wir kommen!“ Auch der besorgte Hinweis auf Altenheime in der Umgebung und die Bitte um „eine sorgfältige Auswahl der neuen Bewohner“ wurde ernst genommen. „Wir passen auf, dass Störenfriede den sozialen Frieden nicht kaputt machen“, versprach Kobusch.
Herzlichen Applaus erntete Anwohnerin Irma Wentland, die sich für eine großzügige Unterstützung der Neuankömmlinge aussprach. „Unsere Familie musste nach Kriegsende selber aus Ostpreußen fliehen. Ich weiß, was das bedeutet“, so die Seniorin nachdenklich. (wh)
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