Neuer Blick auf alte Stadtteilstrukturen

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Katja Wolframm und Christoph Reiffert (v.l.) mit den Studenten und Betreuern der HCU Foto: Thiele

Angehende Stadtplaner haben frische Ideen für ein Barmbek-Konzept

Von Ulrich Thiele
Barmbek
Zukunftsplanung mitentwickelt von jenen, denen die Zukunft gehört: In diese Richtung dürften Carmen Möller, Christoph Reiffert und Dr. Katja Wolframm von den Grünen gedacht haben, als sie für ein gemeinsames Projekt Kontakt zur HafenCity Universität (HCU) aufnahmen. Unter dem Titel „Quartier der kurzen Wege – Konzept für attraktive Fuß- und Radwegeverbindungen in und um das Komponistenviertel“ beschäftigen sich elf Studenten der HCU bis zu den Sommerferien mit der Analyse der Situation im Viertel und der Erarbeitung eines umsetzbaren Konzepts. Das Projekt findet im Rahmen des Studiengangs „Stadtplanung“ in enger Kooperation mit den Bezirkspolitikern der Grünen statt, die den Studenten als Berater und Kontaktvermittler zur Seite stehen. „Wir sind auf die HCU zugegangen und haben dieses Projekt vorgeschlagen, weil Studenten einen anderen, frischen Blickwinkel haben“, erklärt Christoph Reiffert, Bezirksabgeordneter der Grünen in Hamburg-Nord.

Bürger-Teilhabe

Bei den Nachwuchsstadtplanern kommt das Projekt gut an: Es gab vorweg so viele Interessenten, dass am Ende nur ein kleiner Kreis als Teilnehmer berücksichtigt werden konnte. „Uns hat vor allem die Praxisorientiertheit fasziniert“, sagt Marieke Prilop, Studentin der Stadtplanung im 4. Semester. „Viele von uns haben auch einen Bezug zum Viertel, und die Chance, gemeinsam mit den Bürgern etwas entwickeln zu können“, so die 22-Jährige. Denn auch das ist ein zentraler Aspekt des geplanten Konzepts: Außer den Politikern und dem Stadtrat sollen auch Barmbeks Bürger in das „bottom-up“-Projekt einbezogen werden, ein Workshop zur gemeinsamen Ideenentwicklung ist bereits in Planung. Die Ergebnisse sollen im Stadtteilrat und im Regionalausschuss präsentiert werden.

„Vogelperspektive“ auf das Viertel

Am Ende erhoffen sich die Grünen statt Konzepten für kleine Einzelaspekte eine Art „Vogelperspektive“ auf das Viertel. „Wir wünschen uns, dass die Chancen des Gebiets auf höherer Ebene erfasst werden“, sagt Christoph Reiffert. Beim ersten gemeinsamen Treffen am vergangenen Freitag im „Barmbek Basch“ mit anschließendem Rundgang durch das Viertel präsentierten die Studenten bereits ihre ersten Beobachtungen und Ideen. So hätten erste Erkundungen der Gegend ihnen enge, teils marode Straßen mit chaotischen Parksituationen offenbart, zudem blieben viele potenzielle Grünflächen ungenutzt. Doch auch an Möglichkeiten mangelte es nicht: Viele Privatwege mit „Durchgang verboten“-Schild würden den Rad- und Fußverkehr erheblich erleichtern, wären sie für die Öffentlichkeit freigegeben, erklärten die Studenten.
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