Noch kein Abriss in Sicht

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In dieser Ruinecampieren öfter mal Obdachlose Foto: Holley

Leerstehende Ruinen am Grete-Zabe-Weg locken Müllsünder und Obdachlose

Von Nina Holley
Barmbek-Süd
Trostlos sieht das Grundstück am Grete-Zabe-Weg aus – direkt an der S-Bahn- und Güterverkehr-Trasse Friedrichsberg. Viel besser sehen die drei Häuser auf dem Grundstück auch nicht aus: Schon seit Jahren verfallen die einst ansehnlichen Gebäude, die zum Krankenhaus-Areal des Klinikums Eilbek gehörten. Die Außenwände sind mit Graffiti besprüht, Fensterscheiben der oberen Stockwerke zerschlagen, die unteren sind mit Spanplatten verriegelt. Morgens kann man Obdachlose beobachten, die die alten Villen offenbar als Quartier nutzen. Andere nutzen die Straße und das Grundstück, um ihren Unrat zu entsorgen. Bereits im vergangenen Jahr hieß es vom Bezirksamt Nord, dass die Immobilien bald beseitigt werden sollten, so dass auf dem Grundstück neue Wohnungen entstehen könnten. Passiert ist seitdem nichts. Oder doch? Fakt ist: Der Bebauungsplan-Entwurf wurde ab dem 1. April öffentlich beim Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirksamtes Hamburg-Nord ausgelegt. Danach sollen rund 230 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau geschaffen werden.
„Falls keine planungsrelevanten Stellungnahmen zu berücksichtigen sind, könnte der Bebauungsplan Barmbek-Süd 36 noch im Sommer oder Herbst beschlossen und festgestellt werden. Danach könnten die Baugenehmigungsverfahren durchgeführt werden. Baubeginn wäre frühestens Anfang 2017“, sagt Pressesprecherin Katja Glahn vom Bezirksamt Hamburg-Nord. Vorher sei nach ihrem Kenntnisstand auch der Abriss der Ruinen nicht geplant. Laut Wochenblatt-Informationen gehen die unterschiedlichen Bauträger – Saga GWG, Fluwog Nordmark eG, Behrendt Wohnungsbau und die Baugemeinschaft „EinDach GbR“ – von einem Abriss der Gebäude nicht vor Juli oder August, aber immerhin noch in diesem Jahr aus. Etwa bis Sommer 2018 sollen dann die sechs- bis achtgeschossigen Gebäude des „Parkquartiers Friedrichsberg“ auf dem knapp 16.000 Quadratmeter großen Grundstück fertiggestellt sein. Neben Eigentumswohnungen soll es auch frei finanzierte Mietwohnungen sowie geförderten Wohnraum geben. Die Baugemeinschaft „EinDach GbR“ betont auf ihrer Homepage, dass sie „den Wunsch nach einem nachbarschaftlichen, urbanen, familienfreundlichen, barrierefreien und umweltbewussten Wohnen verwirklichen“ möchten. Ganz nach ihrem Motto: „Jeder individuell für sich, aber alle in guter Gemeinschaft – unter ,einem Dach“. Spaziergänger und Anwohner bestätigten dem Wochenblatt, dass sie diese Umsetzung begrüßen würden, denn so hoffen sie, werde das Areal wieder ansehnlich und nicht länger teils als Müllhalde missbraucht werden.
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