Nostalgische Dia-Reisereportage in Barmbek

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Horst Lockowandt (82) hält seit 25 Jahren Dia-Vorträge Foto: ruh

Horst Lockowandt hält seit 25 Jahren ehrenamtlich für das DRK seine Diavorträge

Barmbek Zugegeben, Diavorträge haben in der „Generation X und Y“ keinen guten Ruf. Sie gelten als angestaubt und langweilig. Heutzutage muss man mehr bieten: Multi-Media-Show heißt das Zauberwort. Es kann aber auch in diesen hektischen Zeiten ganz entspannend sein, sich auf einen klassischen Diavortrag einzulassen. Vorausgesetzt, er ist gut gemacht, und das gilt für die Dia-Reisereportagen, die Horst Lockowandt im Winterhalbjahr einmal monatlich in den Räumen des DRK präsentiert. Im Oktober stand eine Reise durch Wien und Umgebung auf dem Programm. Lockowandt (82) spricht frei und mit fester Stimme. Interessante Fakten lösen sich ab mit historischen Details und kleinen Anekdoten. Dazu das unnachahmliche Klicken, wenn das nächste Dia im Vorführgerät auf Knopfdruck in Position gebracht wird. Der Ästhet mag sich an dem kurzfristigen Scharfstellen des Bildes im Projektor stören, aber es geht hier nicht um Perfektion. Die Stimme des gelernten Einzelhandelskaufmanns ist markant und rau. Auf einem Donauschiff nähert sich das Auditorium Wien. „Wir lehnen uns zurück und stellen uns vor, wir liegen auf dem Sonnendeck.“ Wiener Walzermusik ertönt aus dem Kassettenrekorder – die Krönung des Anachronismus. Lockowandt nimmt die Zuschauer mit auf seine Reise, er stellt lokale Speisen vor und gibt praktische Reisetipps. Ungefähr 400 Dias werden in der zweistündigen Präsentation gezeigt, unterbrochen von einer 20-minütigen Pause. Von Langeweile keine Spur.
Der Winterhuder begann zu reisen, als die Kinder aus dem Haus waren. Seine Frau starb früh. Alle Länder Europas hat er mittlerweile bereist, die meisten mit dem Bus. Seit 25 Jahren hält er ehrenamtlich für das DRK seine Diavorträge. Auf digitale Fotografie mag er sich nicht mehr umstellen. Und der 82-Jährige hat seine treuen Fans: Etwa 30 Besucher kommen regelmäßig zu seinen Veranstaltungen.
Im November präsentiert er nun die britischen Kanalinseln. Guernsey, Jersey und Sark seien „very british“, sagt er, obwohl sie geografisch näher an Frankreich liegen. Als „drei Gärten im Meer mit einer einzigartigen Mischung aus englischer Gartenkunst und französischer Lebenskunst“ beschreibt Horst Lockowandt die Inseln. Also: Zurücklehnen, entspannen – und vom nächsten Urlaub träumen. (ruh)

Freitag, 11. November, 16 Uhr, DRK-Gemeinschaftszentrum, Steilshooper Straße 2
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