Poller-Posse am Stadtpark

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Die Ampel am Stadtpark leuchtet nur für Mitarbeiter. Zuvor stand hier eine einfache Schranke Foto: mdt

Sperren: Teuer, kaputt und letztlich offenbar völlig überflüssig

Von Marco Dittmer
Barmbek
Was ist mit diesen Pollern los? Seit einem Jahr steht eine automatische Sperre am Stadtpark – in Betrieb war die über 22.000 teure Anlage aber nur selten. Ein neuer Fall für den Bund der Steuerzahler? Im vergangenen Jahr tauschte der Bezirk an der Einfahrt zum Stadtpark auf Höhe Wiesenstieg eine einfache Schranke gegen eine hochmoderne Polleranlage inklusive Ampel-Anlage aus. Sie sollte verhindern, dass Autofahrer in den Park fahren. Doch seit der Fertigstellung im September 2014 waren die versenkbaren Poller nur wenige Tage in Betrieb. Denn gleich nach der Premiere gab die Sperre ihren Geist auf und musste gewartet werden. Die entsprechenden Arbeiten dauerten bis ins Frühjahr an. Am 20. März sollte dann wieder „gepollert“ werden. Doch nur sieben Tage später wurde eine der beiden Sperren bei einem Autounfall so stark beschädigt, dass die Anlage wieder stillstand. Der Autofahrer beging Fahrerflucht und entkam unerkannt. Auch diesmal dauerten die Reparaturarbeiten Monate. Seit Mitte August leuchtet die rote Ampel schließlich wieder. Bis dahin war der Weg in den Stadtpark nicht versperrt. Das war bestimmt problematisch, oder? Auf Wochenblatt-Nachfrage kommt aus dem Bezirksamt jedoch eine überraschende Antwort: „Die Zahl der illegalen Einfahrten in den Stadtpark ist auch in den Zeiten, in denen die Anlage außer Betrieb war und die Zufahrt damit offen deutlich geringer gewesen als in der Zeit vor dem Einbau der Anlage“, sagt Ingo Borgwardt vom Bezirk Hamburg-Nord. Welchen praktischen Zweck die Anlage dann überhaupt erfüllt, ist damit - auch offen. Klar ist, die Anlage hat rund 21.500 Euro gekostet, plus 2.200 Euro der beiden Reparaturen, Kosten aus dem laufenden Betrieb nicht eingerechnet.
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