Protest mit Luftballons

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99 Luftballons gegen die Inklusions-Reform des Schulsenators Ties Rabe. Foto: iStockphoto
Bramfeld. Initiiert durch den Elternrat der Schule trafen sich zahlreiche Väter und Mütter mit rund 260 Kindern der Schule Appelhoff und ließen 99 rote Luftballons in den Bramfelder Teil des Himmels steigen. Die Ballons sollten auf die Veränderungen aufmerksam machen, die die Umsetzung des Schulgesetzes hinsichtlich der angestrebten Inklusions-Reform für die betroffenen 45 Integrativen Schulen in Hamburg, zu denen auch die Grundschule Appelhoff gehört, nach sich ziehen. Hintergrund ist ein Passus der UN-Menschenrechtskonvention, der besagt, dass jedes behinderte Kind das Recht hat sich an, sich an einer allgemeinbildenden Schule anzumelden. Dieses Recht wurde noch vom alten Senat im Schulgesetz festgeschrieben. Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat die Umsetzung jetzt für das kommende Schuljahr angeordnet. Die Crux: Die Umsetzung hat kostenneutral stattzufinden. Das bedeutet im besten Fall die bedarfsorientierte Verteilung der verfügbaren Ressourcen auf alle Schulen. Wurde den 45 integrativen Schulen bisher zusätzliche Lehrkräfte gerade im sonderpädagogischen Bereich zugebilligt, so werden diese Schulen jetzt mit deutlich weniger Mitteln auskommen müssen. „Diese Verschlechterung der Arbeitsbedingungen wird zu Lasten der Kinder gehen“, so der Elternratsvorsitzende der Grundschule Appelhoff, Sven Borcherding. „Wir unterstützen natürlich die Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention. Aber die Implementierung im Schulalltag bedarf einer angemessenen Vorbereitung. Die bisher wissenschaflich dokumentierten Arbeitserfolge der integrativen Schulen werden durch eine Inklusions-Reform gefährdet.“
Zeitgleich mit der Bramfelder Aktion hatten auch andere integrative Schulen Ballons steigen lassen. Aktuell arbeitet der Elternrat an einer besseren Vernetzung aller Betroffenen. (ust)
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