Ruhe vor Riesensause

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Rotklinker und Bogenbrücken, hier an der Durchfahrt vom Goldbekkanal zum Stadtparksee mit der Liebesinsel: Die 100 Jahre alte Architektur ist zeitlos schön und Markenzeichen des größten Hamburger Parks Foto: Hollmann
 
Der Stadtpark, wie ihn die Hamburger am meisten lieben: Menschen bevölkern seine Wege und Wiesen und genießen das sonnige Wetter - so wie auf unserem Bild aus dem Vorjahr Foto: ho/Archiv

Stadtpark wird 100 Jahre alt. Helfer und Geld willkommen

Von Holger Hollmann
Barmbek. Nur noch wenige Monate, dann wird der Stadtpark, der größte Park Hamburgs, 100 Jahre alt, und die Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr laufen nicht nur beim Stadtpark Verein auf Hochtouren.

„Seit vergangenen Sommer sammelt eine Arbeitsgruppe schon Ideen für das Jubiläumsjahr 2014“, sagt Heidi Gemar-Schneider, Vorsitzende des Stadtpark Vereins. Das ganze Jahr über soll es Veranstaltungen geben, vor allem jedoch um den eigentlichen Geburtstag, den 1. Juli, herum. „Da wollen wir dann geballt Aktionen machen, die auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden“, sagt sie.

Nachbarn feiern mit

Dabei sollen sich möglichst viele Institutionen, Vereine, Schulen und Nachbarn des Stadtparks wie die City Nord oder das Goldbekhaus mit eigenen Veranstaltungen einbringen – auch hier finden schon Gespräche und Vorbereitungen statt. Die zahlreichen Ansätze sollen bis zum Jahresende strukturiert und konkretisiert werden. Wer sich ehrenamtlich an den Vorbereitungen für das Jubiläum beteiligen möchte, ist ebenso herzlich willkommen wie finanzielle Unterstützung für das Fest-Jahr im Stadtpark (Kontakt: info@stadtparkverein.de oder
Tel. 58 73 47).
Als der Stadtpark 1914 offiziell der Hamburger Öffentlichkeit übergeben wurde, war er ein Aushängeschild für eine ganz neue Art von Park. Die Planer hatten den Stadtpark als Volks- oder auch Bürgerpark angelegt – eine Eigenschaft, die er besonders bei schönem Wetter bis heute deutlich verkörpert, wenn Tausende Besucher nicht nur an hübschen Rosenbeeten vorbei flanieren, sondern auch intensiv die Spiel- und Grillwiesen, Sport- und Freizeitangebote des Parks bevölkern.
Ursprünglich war der bewaldete Teil des Stadtparks, der westlich der Hindenburgstraße liegt, der Privatforst von Adolph Sierich, dem im 19. Jahrhundert große Teile des heutigen Winterhudes zwischen Alster und Stadtpark gehörten. Sierich unterhielt in dem Gehölz eine Jagd, wofür er für den Förster 1886 - drei Jahre vor seinem Tod - noch ein neues Forsthaus errichtete. 1901, zwölf Jahre nach Sierichs Tod, kaufte die Stadt sein rund 35 Hektar großes Gehölz als Grundstock für einen geplanten neuen Park. Hinzu kamen weitere Flächen östlich des Gehölzes.
Die Planung und Anlage des heute knapp 150 Hektar großen Stadtparks zog sich allerdings noch einige Jahre hin - ein bis heute bekannter Prozess, wenn in der Hansestadt große Dinge entstehen. So wurde zunächst ein Gutachtergremium eingesetzt, das aber zu keinem konsensfähigen Entwurf kam. 1908 wurde deshalb ein Wettbewerb zur Gestaltung des Parks ausgelobt. Keine der zwei Einreichungen überzeugte aber, so dass die Stadt schließlich Ferdinand Sperber, den neuen Oberingenieur der Stadt, und den späteren Hamburger Oberbaudirektor Fritz Schumacher mit einem Ausführungsentwurf beauftragte. Beiden schwebte ein Bürgerpark mit einer dominanten Ost-West-Achse vor, an deren Enden der heutige Wasserturm und der Stadtparksee liegen sollten.
Im Jahr 1912 erfolgte schließlich der erste Spatenstich und am 1. Juli 1914 die Eröffnung des weitgehend fertigen Parks. Es folgten noch einige Gebäude, das Planschbecken für Kinder, die Freilichtbühne und vor allem am See das Stadtcafé und die große Stadthalle mit Restaurant. Im Zweiten Weltkrieg wurden die stolzen Rotklinkerbauten zerstört. Die Kriegsschäden waren bis Mitte der 1950er-Jahre zwar weitgehend behoben. Doch an vielen Stellen war das Original-Bild des Stadtparks dabei verändert worden. So wurde zum Beispiel erst 2002 die frühere Platanenallee zwischen der Freilichtbühne und dem Stadtparksee wieder hergestellt, die heute zwischen dem Hockey- und dem Rugbyplatz verläuft.
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