Schülern „folgen“ und helfen

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Geht wieder zur Schule, um Kinder und Jugendliche zu fördern: Anika Meier Foto: Haas

Anika Meier ist für „Teach First“ im Vollzeit-Einsatz für Kinder und Jugendliche

Barmbek Schon vor Beginn des Schuljahrs war Anika Meier voll im Einsatz. Zunächst unterstützte die 31-Jährige während zwei Wochen die Neuntklässler, die sich in der freiwilligen Sommerschule in ihren Kernfächern verbessern wollten. Von einem besonderen Projekt ist sie immer noch angetan: Die Jugendlichen sollten selbständig mit „native speakers“ einen Radiobeitrag auf Englisch produzieren – eine echte Herausforderung. „Gerade die etwas schwächeren Schüler sind aufgeblüht bei dieser Aufgabe. Sie entdeckten ihre sprachliche Fertigkeiten.“ Ein Schlüsselerlebnis auch für Anika Meier: Sobald man den Kindern Verantwortung übertrage, könnten sie durchaus selbstständig agieren, das schaffe positive Lernerfahrungen. „Ihr Selbstwertgefühl wird dadurch gesteigert. Es ist richtig erstaunlich, wie die Schüler über sich hinauswachsen“, schwärmt Meier. Schon während der Präsenztage vor Schulbeginn lernte die Kultur- und Medienwissenschaftlerin das Lehrerkollegium der Ilse-Löwenstein-Schule kennen, mit dem sie in den kommenden zwei Jahren eng zusammenarbeiten wird. „Ein tolles Team!“, sagt sie.

Für Chancengeleichheit


Anika Meier arbeitet als „Fellow“, ausgewählt und vorbereitet für ihre Aufgabe von „Teach First“. Die gemeinnützige Bildungsinitiative kooperiert mit Schulen in sozialen Brennpunkten und tritt ein für mehr Chancengerechtigkeit im Bildungswesen. Unabhängig von ihrer sozialen Herkunft oder dem Einkommen ihrer Eltern sollen Schüler ihre Potenziale, Interessen und Stärken entdecken lernen und Selbstbewusstsein entwickeln. Später werden sie immerhin gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Dafür arbeiten die Fellows persönlich und in Vollzeit vor Ort. „Wir engagieren uns in der gezielten Förderung von Schülern und verhelfen ihnen zu besseren Leistungen.“ erklärt Anika Meier. Die Lehrkraft auf Zeit gibt keine Noten, unterstützt den Unterricht und kann zudem außergewöhnliche Schulprojekte anbieten. Sie arbeitet in Vollzeit, mit einzelnen Schülern oder mit Gruppen. Das setze eine enge Zusammenarbeit mit den Lehrern im Fach- und Förderunterricht voraus, die sich angesichts ihres Pensums nicht so intensiv um Einzelfälle kümmern können. Die Dokumentarfilmerin bringt dafür gute Voraussetzungen mit. Sie habe schon mit Kindern aus Pflege- und Adoptivfamilien gearbeitet und lange Zeit ein behindertes Mädchen betreut. Ein vielversprechendes Projekt fasst sie bereits ins Auge: Demnächst ziehen Flüchtlingsfamilien in die neue Unterkunft an der Humboldt-straße. Dazu möchte sie mit den Jugendlichen einen Dokumentarfilm produzieren.

36 „Fellows“


Mit Anika Meier sind insgesamt 36 Fellows derzeit im Einsatz an 26 Hamburger Schulen. Seit 2009 waren über 100 Hochschulabsolventen unterschiedlicher Fachrichtungen mit „Teach First“ in Hamburg tätig. Die gemeinnützige Bildungsinitiative übernimmt Recruiting und Training der Kandidaten, die Schulen finanzieren ihre Gehälter. Das Vorbild der deutschen Bildungsinitiative für mehr Bildungsgerechtigkeit stammt aus den USA. (wh)

Weitere Info: www.teachfirst.de
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