Schulruderer müssen Westen tragen

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In Ruderkreisen wird oft die Secumar-Rettungsweste 15 SR für 149 Euro empfohlen. Durch ihre extrem kurze und flache Bauform soll sie die Bewegungsfreiheit nur wenig einschränken. Bei Berührung mit Wasser pumpt sie sich auf. Weitere Westen gibt es zum Beispiel von AWN Foto: Bernhardt Apparatebau

Behörde reagiert auf Unglück. DLRG bietet erneut Hilfe an

Barmbek. Vor zweieinhalb Wochen starb ein 13-Jähriger auf der Alster. Seither wird über eine Schwimmwestenpflicht debattiert. Die Schulbehörde hat jetzt eine Entscheidung getroffen. Für das Schulrudern hat Schulsenator Ties Rabe jetzt eine allgemeine Rettungswestenpflicht angeordnet.
Um diese Anordnung umzusetzen, müssen noch 250 bis 300 Schwimmwesten angeschafft werden. Rund 1500 Schülerinnen und Schüler rudern in Hamburg im Rahmen des Schulunterrichts.
„Wir werden verschiedene Arten von Schwimmwesten anschaffen, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Schüler zugeschnitten sind“, erläuterte Ties Rabe. Die Kosten für diese Westen seien mit unter 50.000 Euro „überschaubar“, so der Schulsenator. In den nächsten Wochen will die Schulbehörde mit den Rudervereinen und -verbänden Gespräche aufnehmen, um eine gemeinsame Lösung zur Sicherheitslage im Rudersport zu finden. Das
unterstreicht auch die Notwendigkeit von besseren Bedingungen für die ehrenamtlich agierenden Teams der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG), die sich seit langem über zu wenig Unterstützung seitens der Alster-Verantwortlichen beklagen. Die DLRG verfügt über keinen festen Stützpunkt an der Außenalster. Die zwei Boote und das Material des Vereins sind auf drei Standorte verteilt. Schließlich dürfen die Lebensretter nur am Wochenende mit ihre Booten auf der Alster fahren. „Jeder Bootsverleiher hat eine Genehmigung, um mit seinen Motorbooten auf der Alster zu fahren. Nur wir nicht. Wir beantragen seit Jahren eine Fahrgenehmigung“, so Hamburgs DLRG-Präsident Heiko Mählmann.
Doch nun könnten die freiwilligen Lebensretter gehört werden. FDP, CDU und Grüne haben Anträge zugunsten der Anliegen der DLRG formuliert. Der Hamburger und Germania Ruderclub hat bereits in einer außerordentlichen Vorstandssitzung über die Sicherheitsstandards in Ruderbooten debattiert. „Wir werden nichts überstürzen. Nur kein Schnellschuss“, sagt der erste Vorsitzende Werner Sparmann. Außerdem will man sich mit den anderen Rudervereinen an der Alster abstimmen. (ch)

Auch der Ruderverband Schleswig-Holstein rechnet bundesweit mit neuen Sicherheitsbestimmungen „Ein Unfall mit solch schrecklichen Folgen wird zu Veränderungen führen“, sagt Vorsitzender Reinhart Grahn, der außerdem Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes ist. „Etwas mehr Weste wird kommen.“ Bis 2014 sind wohl neue Regeln zu erwarten. (sta)
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