Senatsanfrage zu schlechter Luft

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Benny Rimmler von der Inititiative Dieselstraßenland Foto: Haas

Bezirksfraktion der Grünen: Sorge um Schadstoff-Belastung in Barmbek

Barmbek-Nord In ganz Hamburg herrscht allenthalben weiter dicke Luft. Nur einen kleinen Teil der Schadstoffemissionen registriert die Luftmessstation etwa an der Habichtstraße: Auch hier werden die von der europäischen Union festgelegten Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) ständig überschritten, die ebenfalls erhöhten Feinstaub-Konzentrationen gar nicht erst gemessen. Während der „Luftreinhalteplan“ des Senats erst im September 2017 vorliegen soll, nahm sich die Bezirksfraktion der Grünen kürzlich die giftige Luft in Barmbek vor. Wie berichtet, hatte sie zusammen mit der SPD-Fraktion den umstrittenen Bebauungsplan für einen Busbetriebshof der Hochbahn auf dem Alsterdorfer Gleisdreieck in der Bezirksversammlung verabschiedet. Die Entscheidung bedeutete das Aus für 2.800 Bäume auf dem Gleisdreieck. Fundierte Einwände von Anwohnern und der Fraktionen von CDU, AfD, Linken und Piraten sowie von Initiativen und Naturschutzverbänden, die auf die stadtklimatische Bedeutung der inzwischen gerodeten Bäume pochten, konnten dagegen nichts ausrichten.
Zugleich sorgen sich die grünen Bezirksabgeordneten aber um die seit Jahren andauernde Überschreitung der Grenzwerte an der Habichtstraße. Seit 2002 habe hier „keine grundlegende Verbesserung stattgefunden.“ Die Belastung sei „noch immer deutlich im gesundheitsgefährdenden Bereich“, stellen sie fest. „Wer in der Habichtstraße wohnt, ist weiterhin giftiger Luft ausgesetzt“, weiß Christoph Reiffert, umweltpolitischer Sprecher. In einer Senatsanfrage der Bezirks-Grünen zur Luftverschmutzung in Hamburg Nord fragen sie nach der Schadstoffbelastung der letzten zehn Jahre und nach konkreten Maßnahmen zu ihrer Reduktion. Während die offizielle Anwort noch aussteht, deutet der Grünen-Fraktionsvorsitzende Michael Werner-Boelz schon seine Lösung an: „Die schnellste und einfachste Form der Schadstoffminimierung ist eine Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit des Kraftverkehrs.“ Vorsorglich plädiert Werner-Boelz deshalb für Tempo 30 auf der Habichtstraße. Einen „krassen Widerspruch“ sieht Benny Rimmler, Sprecher der Initiative Dieselstraßenland jetzt bei den Grünen. „Während sie mit ihrer Senatsanfrage die Umweltbehörde auffordern, gegen die Luftbelastung an der Habichtstraße tätig zu werden, stimmten sie der Rodung von Tausenden Bäumen im Bereich Barmbek und Ohlsdorf zu, die doch nachweislich und maßgeblich zur Luftreinigung beitragen“ so Rimmler, der die Senatsanfrage der Grünen „eigentlich begrüßenswert“ findet. „Doch vor diesem Hintergund erscheint sie unaufrichtig und unglaubwürdig.“ (wh)
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2 Kommentare
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karen schlicht aus Barmbek | 03.03.2016 | 18:36  
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Eleonore Heilmann aus Bramfeld | 04.03.2016 | 16:06  
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