St. Gabriel verbindet

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Die Pastoren Sven Lundius (links) und Harald Ehlbeck unter dem Fenster mit dem Heiligen Gabriel Foto: Bina Engel

Barmbeker Gemeinde feiert 60. Jubiläum. Ziel: „Nah am Menschen dran sein“

Barmbek Eine Brücke ist sie, Schnittstelle zwischen dem alten und dem neuen Barmbek: In der Kirchengemeinde St. Gabriel finden „Ur-Bewohner“ des Quartiers mit den neu Zugezogenen aus Quartier 21, dem Alten Güterbahnhof und dem Quartier 294 zusammen zu einer neuen Barmbeker Mischung. Das sieht auch Pastor Harald Ehlbeck so. „Barmbek-Nord ist ein Stadtteil, der sich in den 22 Jahren, in denen ich Pastor bin, sehr gewandelt hat“, findet der 58-Jährige. „Viele junge Menschen und viele Familien wohnen inzwischen hier. Ich verstehe mich auch als Brückenbauer der verschiedenen Generationen.“Das will die Gemeinde feiern und lädt zum 60. Jubiläum ein. Der Hintergrund für das fröhliche Fest ist ein ernster: „Sehr wahrscheinlich werden nicht alle bisherigen ev.-luth. Gemeindestandorte in Hamburg zukünftig erhalten bleiben können“, erklärt Ehlbecks Kollege Sven Lundius. Das Geld wird knapper, Standorte werden gebündelt. Da gilt es, sich im Wettbewerb der Gemeinden um Standorterhaltung zu profilieren - mit einem attraktiven Angebot für alle Generationen in der Großstadt.
Den Stadtteil findet Sven Lundius dafür sehr passend, „er ist spannend und lebendig, lebt Offenheit und Toleranz.“ Das spiegelt sich auch in der Gemeinde wieder, meint Harald Ehlbeck. Sie bemühe sich, zugewandt zu den Menschen zu sein: „Nehmen Sie die Menschen, wie Sie sind, andere gibt es nicht.“ Diese Menschen sind immer weniger kirchengebunden, erfahren die beiden Pastoren. „Da gilt es, einen niedrigschwelligen Zugang zum Glauben an Gott aufzuhalten“, sagt Sven Lundius. Eine Kirche vor Ort sei dabei hilfreich. Er wünscht sich, dass Gläubige aller Religionen verstärkt zusammenarbeiten, wie es bereits mit der benachbarten As Sahaba Moschee angestrebt ist, „geprägt von gegenseitigem Respekt und Toleranz.“ Dass auch eine christliche Kirche das leisten kann, erfährt er in seiner täglichen Arbeit und erzählt von einer Kirchenrallye mit einer Grundschulklasse. Sehr beeindruckt seien die Kinder gewesen. „Besonders die muslimischen Schüler zeigten sich erfreut, dass `ihr´ Engel Gabriel dieser christlichen Kirche ihren Namen gegeben hatte. Dabei erfuhren sie dann auch, dass dieser Gabriel nicht nur dem Propheten Mohammed die Koransuren, sondern auch Maria die Geburt Jesu verkündigt hatte.“ Was sie sich für die Zukunft wünschen? Harald Ehlbeck spricht für beide: „Dass unsere Kirche, bei aller Veränderung, zusammen mit anderen Organisationen, Initiativen und Menschen vor Ort, weiterhin am Menschen nah dran ist und im wahrsten Sinne des Wortes Raum bietet.“ (leu)

Sonntag, 14. Februar, 15 Uhr, Jubiläums-Festgottesdienst mit anschließendem Empfang im Gemeindesaal
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